Tests und Maskenpflicht: Hinter den Kulissen hat Corona auch die Filmbranche komplett umgekrempelt. Auf den Bildschirmen sieht das Ergebnis aber meist genauso aus wie vorher. Dass die Pandemie in Filmen und Serien kaum eine Rolle spielt, sei oft eine bewusste Entscheidung, meint Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nik Potthoff.

"Wenn abends nach einem Tag voller Corona-News deine Lieblingsserie dann auch noch im Pandemie-Wahnsinn ist, schaltest du vielleicht sofort wieder ab."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nik Potthoff über Corona in Film und Fernsehen

Wenn wir Filme und Serien gucken, dann wollen viele von uns den Kopf ausschalten und dem Alltag entfliehen. Dieser Eskapismus ist Deutschlandfunk-Reporter Nik Potthoff zufolge der Hauptgrund dafür, dass die Pandemie immer noch kaum auf den Bildschirmen zu sehen ist.

Filme und Serien sind eine Alternative zum Alltag

Paul Bullinger arbeitet für die Produktionsfirma Zeitsprung, die vor allem Fernsehfilme und Serien produziert, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Dazu gehören zum Beispiel "Das Wunder von Lengede" oder "Oktoberfest 1900". Er meint, dass uns das Thema Corona einfach nicht interessiere, weil wir alle täglich damit zu tun haben.

"Das ist ein Thema, was wir alle mitgekriegt haben. Da sagt niemand: 'Oh interessant, das ist ein Setting, das kenne ich nicht.'"
Paul Bullinger von Zeitsprung über Corona in Filmen und Serien

Dass diese Einschätzung mit der Realität übereinstimmt, zeigt eine Befragung vom ZDF aus dem Jahr 2021. Darin gaben 74 Prozent der Menschen an, dass sie froh seien, beim Schauen von Serien und Filmen nicht an die alltäglichen Corona-Einschränkungen erinnert zu werden.

Am Set selbst geht nichts ohne Infektionsschutz

Wenn Corona doch mal thematisiert werde, dann werde das ganz gezielt gemacht, so Potthoff. "Im April 2020 gab es in Deutschland schon die Kurzserie 'Drinnen'. Da geht's von Videocall zu Videocall und die Pandemie ist allgegenwärtig", sagt er. Weitere Beispiele dafür seien das Corona-Drama "Die Welt steht still" oder die Serie "The Morning Show".

"Die Moderatorin reist in 'The Morning Show' im Lockdown nach Italien – und kommt mit einer Coronainfektion zurück. Sie moderiert dann aus dem Homeoffice und erlebt die Tücken der Krankheit."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nik Potthoffff über die Darstellung der Pandemie in "The Morning Show"

Derartige Darstellungen seien jedoch immer noch die Ausnahme, so der Deutschlandfunk-Nova-Reporter. "Der Rest tut so, als leben wir in einer Parallelwelt", sagt er. Übrigens: Unabhängig davon, ob die Protagonist*innen in Serien und Filmen Masken tragen oder nicht, gilt auch am Set Masken- und Testpflicht und alle anderen Regeln für den Infektionsschutz.