• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) plant den Bau eines Transferzentrums für die mRNA-Technologie in Südafrika. Ziel ist es, das Land besser mit Corona-Impfstoffen zu versorgen. Bislang sind in Afrika nur wenige Menschen gegen das Virus geschützt.

Ein mRNA-Technologietransferzentrum in Südafrika soll dabei helfen, Menschen auf dem Kontinent gegen das Corona-Virus zu impfen. Dort sind bisher nur sehr wenige Menschen geimpft. Mit der Errichtung des neuen Zentrums in Afrika soll es aber schneller gehen.

"Beim Technologietransfer geht es nicht nur um Apparate und Maschinen, sondern auch um eine Weitergabe von Know-how. Es geht um die Ausbildung vor Ort. Dieses neue Zentrum in Südafrika soll die Zentrale dafür sein."
Manuel Martin, Arzt und Berater für medizinische Innovation

In dem geplanten Zentrum sollen nicht nur Maschinen zur Verfügung gestellt werden – die Menschen vor Ort sollen auch ausgebildet werden. Damit das sichergestellt werden kann, hofft der Arzt und Berater Manuel Martin, bald die mRNA-Impfstofftechnologie von einer der großen Firmen zu erhalten, um sie an Produzenten in Afrika weitergeben zu können.

An dem Technologietransfer sollen die Unternehmen Afrigen Biologics und Biovac beteiligt sein. Auch laufen einem WHO-Wissenschaftler zufolge Gespräche mit dem Biontec-Impfstoffpartner Pfizer und mit Moderna, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Impfstoffproduktion im Transferzentrum

Manuel Martin sagt, dass die Impfstoffproduktion in erster Linie in dem Zentrum erfolgen soll. Er hofft, dass die Technologie durch das Zentrum mit weiteren Produzenten geteilt wird, sodass schnell ausreichend Impfstoff für Afrika hergestellt werden kann. Im besten Fall entsteht dadurch ein multiplikativer Effekt.

"Das Zentrum hat einen multiplikativen Effekt auf die Impfstoffproduktion, sodass die Arbeit auf Seiten von zum Beispiel Biontech vergleichsweise gering ist."
Manuel Martin, Arzt und Berater für medizinische Innovation

Manuel Martin erklärt, dass auch Regierungen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Herstellung von den Impfstoffen haben. Sie investieren viel Geld in Impftechnologien. So hat sich Deutschland mit 375 Millionen Euro an der Entwicklung der mRNA-Technologie beteiligt, präzisiert der Berater.

Bisher fehlt ein Impfstoffhersteller

Manuel Martin betont, dass die öffentlichen Gelder an Bedingungen geknüpft sein sollen. Zum Beispiel könnte festgelegt werden, mit wem das Know-how geteilt wird.

Die Verhandlungen mit den Impfstoffherstellern seien aber noch nicht weit vorangeschritten, erklärt der Arzt. Bisher gebe es noch keinen Impfstoffhersteller, der sich an dem Zentrum beteiligt. Für Manuel Martin ist das auch eine Frage der Moral, an die er letztlich appelliert.