• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Die Corona-Pandemie hat unser Leben verändert: Wir alle haben weniger Sozialkontakte. Viele von uns haben weniger Geld in der Tasche. Und insgesamt haben wir weniger Spaß. Obendrein kann sich der Lockdown auch negativ auf unsere Gesundheit auswirken.

Viele von uns leben ungesund. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage vom Meinungsinstitut Forsa im Auftrag der Krankenkasse DAK. Knapp 30 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie sich ungesünder verhalten im Lockdown – mit Blick auf Stress, Alkoholkonsum oder sportliche Aktivitäten.

In anderen Ländern sieht es ähnlich aus: Die britische University of East Anglia in Norwich hat eine Studie veröffentlicht, laut der die Briten im Lockdown im Frühjahr weniger Sport getrieben haben, weniger Obst und Gemüse gegessen, dafür aber mehr Alkohol getrunken haben.

"Wenn man nicht so viel raus kommt, dann kauft man vielleicht weniger häufig frische Sachen ein, bestellt eine Pizza mehr und wenn man sonst schon nichts machen kann, dann öffnet man eben eine Flasche Wein."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Für Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag sind das keine überraschenden Ergebnisse: "Wenn man nicht so viel raus kommt, dann kauft man vielleicht weniger häufig frische Sachen ein, bestellt eine Pizza mehr und wenn man sonst schon nichts machen kann, dann öffnet man eben eine Flasche Wein."

Viele tun was für ihre Gesundheit

Es gibt aber auch gute Nachrichten: Nach der DAK-Befragung haben immerhin 16 Prozent der Menschen angegeben, dass sie im Lockdown mehr auf ihre Gesundheit achten würden.

In einer anderen Umfrage vom Fitnesstracker-Unternehmen Fitbit erklären vor allem die 18- bis 34-Jährigen, dass sie es geschafft hätten, gesündere Routinen in ihren Alltag zu integrieren. Außerdem hat fast die Hälfte der Befragten angegeben, dass sie besser schlafen. Die Fitnesstracker-Daten zeigen auch, dass wir im Schnitt auch mehr schlafen.

Es ist schwierig, Homeoffice und Privatleben zu trennen

Christoph Schöbel ist Professor für Schlafmedizin und bestätigt das: "Es ist so, dass bei Leuten im Homeoffice sich die Schlafzeit nach hinten verlagert hat, man hört mehr auf die innere Uhr, geht später ins Bett, schläft dafür aber auch länger."

Die Schlafqualität leide aber durchaus, weil viele Menschen Sorgen und Nöte mit ins Bett nehmen. Wenn das Zuhause zum Arbeitsplatz wird, fehlt die Trennung zum Beruf. "Vielleicht steht der Schreibtisch sogar platzbedingt neben dem Bett", sagt Christoph Schöbel, "das sind alles Dinge, die den Schlaf stören können". Und ausreichend erholsamer Schlaf ist ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit.

Viele kommen mit dem Lockdown gut zurecht

Wie sich der Lockdown auf die Gesundheit auswirkt, ist aber nicht einfach zu beantworten, es gibt positive und negative Aspekte. Im Frühjahr 2020 hatte der Psychologieprofessor Hannes Zacher eine Studie mit 2.000 Leuten durchgeführt. "Wir hatten gedacht, dass die meisten Menschen viel unzufriedener mit ihrem Leben sind und die positive Stimmung gedrückt ist", sagt Hannes Zacher. "Im Durchschnitt fällt diese Veränderung aber schwach aus."

Es ist also ziemlich subjektiv, wie sehr das Leben und damit auch die Gesundheit vom Lockdown beeinflusst werden. Aber die Bereitschaft, sich mit der eigenen Gesundheit und einem gesunden Lebensstil auseinander zu setzten, ist bei vielen durch die Pandemie geweckt oder verstärkt worden.