Köln ohne Rosenmontagsumzug ist kaum vorstellbar. Mit Miniaturwagen und Stockpuppen findet der Umzug dieses Jahr auf einer Kölner Theaterbühne statt.

Ziemlich einsam stand unser Reporter Martin Schütz am Rosenmontag auf einem leer gefegten Platz in der Kölner Altstadt. Hier drängen sich die Kostümierten in der Karnevalssaison normalerweise dicht an dicht und umsäumen den Rosenmontagszug, dessen Route ihn auch durch die Kölner Altstadt führt.

Wo sonst eine recht feucht-fröhliche Stimmung herrscht, bestimmen leere Gassen und Plätze in diesem Jahr das Bild. Wenn nicht gerade Pandemie ist, kommen rund eine Million Menschen in die Stadt, um Karneval zu feiern. Und die geben bis zu 600 Millionen Euro in Kneipen, in der Gastronomie und für Hotels aus. Der größte Teil dieser Einnahmen fällt in diesem Jahr weg.

"Die Kölner rühmen sich, den weltweit einzigen Rosenmontagszug auf die Beine gestellt zu haben, zumindest, was die Karnevalshochburgen angeht."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Damit der Rosenmontagszug nicht völlig ersatzlos ausfallen muss, hat sich das bekannte Hänneschen-Theater, das für seine geschnitzten Stockpuppen bekannt ist, mit dem Festkomitee zusammengetan, das den Kölner Karneval organisiert.

Rosenmontagszug mit 177 Stockpuppen

Statt den Menschen, die normalerweise am Rosenmontagszug teilnehmen, wurden 177 Puppen und Motivwagen in Miniaturform gebaut. Mit den Motiven, die auf den Wagen befestigt sind, werden weltpolitische Fragen, aber auch städtische Probleme, auf humorvolle Weise kommentiert.

Der Rosenmontagszug, der auf der Bühne des Hänneschen-Theaters stattgefunden hat, wurde vorher aufgezeichnet und wird ab 14 Uhr im Programm des WDR Fernsehens gezeigt.

"Sodass die Kölnerinnen und Kölner wenigstens ein bisschen Gefühl haben, dass sie Rosenmontagszug stattfindet."
Martin Schütz, Deutschlandfunk Nova

Nicht nur in Köln, auch in allen anderen Karnevalshochburgen in Deutschland, sind Fastnacht, Fasching und Karneval ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat ausgerechnet, dass die durchschnittlich erwirtschaftete Summe rund 1,5 Milliarden Euro beträgt. In diesem Jahr werden diese Einnahmen jedoch weitestgehend ausbleiben.