Für Corona-Patienten könnte es bald ein passendes Medikament geben. In China laufen gerade Studien, um bereits bekannte Medikamente als Mittel gegen das Coronavirus zu testen. Das Erproben eines Impfstoffs wird wahrscheinlich bis 2021 dauern.

Forschende weltweit erproben gerade Impfstoffe und Medikamente gegen das neuartige Coronavirus. Die parallele Forschung ist notwendig, um nach vielen Tests bald den entscheidenden Wirkstoff zu finden, sagt Wissenschaftsjournalist Volkart Wildermuth.

Aktuell gebe es in China, den USA, Israel und Deutschland ungefähr 38 Impfstoffprojekte. Trotzdem wird die Erprobung eines passenden Impfstoffes wahrscheinlich erst 2021 beendet sein, erklärt Volkart Wildermuth.

"Der Impfstoff wird vor 2021 nicht fertig sein."
Volkart Wildermuth, Wissenschaftsjournalist

Dass es solange dauert, liegt daran, dass die Forschenden in Studien nachweisen müssen, dass der Impfstoff keine unerwarteten Nebenwirkungen hat. Ist das der Fall, stellt sich im Anschluss die Frage, ob der Impfstoff auch Menschen schützt, fügt er hinzu. Gerade dies würde dauern.

Medikamente schneller einsatzbereit als Impfstoff

Viele Forschungsteams setzen daher große Hoffnungen auf das Erproben von Medikamenten. Besonders das Mittel Remdesivir, das ursprünglich zum Schutz für Ebola-Infektionen entwickelt wurde, könnte Corona-Patienten helfen, so der Wissenschaftsjournalist.

Die Vorteile: Das Mittel gilt als relativ sicher, da bereits größere Studien zu Remdesivir vorliegen. Zudem soll es Corona-Patienten in Einzelfällen schon geholfen haben. Ähnliche Erfolge zeige das Mittel auch im Labor. In China laufen daher Studien, die in den nächsten zwei Wochen erste Ergebnisse zeigen sollen.

Neben Remdesivir untersuchen Forschungsteams zusätzlich bereits zugelassene Grippemedikamente und HIV-Medikamente. "Wie bei den Impfstoffen gilt auch bei den Medikamenten: Je mehr man untersucht, desto größer ist die Chance, dass man auch etwas findet, das tatsächlich etwas bewirkt", erklärt Volkart Wildermuth. Fallen die Tests positiv aus, würden die Medikamente bereits in den nächsten Wochen eingesetzt werden.

"Wie bei den Impfstoffen gilt auch bei den Medikamenten: Je mehr man untersucht, desto größer ist die Chance, dass man auch etwas findet, das tatsächlich etwas bewirkt."
Volkart Wildermuth, Wissenschaftsjournalist

Aktuell sind die Medikamente daher entscheidend, sagt er. Unabhängig von ihrer Erprobungsdauer, seien Medikament und Impfstoff gleich wichtig. Denn der passende Impfstoff wird vor allem in Zukunft für die Prävention gegen das neuartige Coronavirus entscheidend sein, da "das Virus nicht einfach aus der Welt verschwinden wird", so der Wissenschaftsjournalist.