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Hunderte Wirkstoffe werden daraufhin getestet, ob sie bei der Genesung von Covid-19-Patienten helfen können. Bisher blieb der große Erfolg aus.

Während es wirksame Impfstoffe gegen einen schweren Covid-19-Verlauf gibt, ist die Suche nach einem umfassend wirkenden Medikament bisher nicht erfolgreich. Viele Mittel werden noch erprobt, also im Rahmen von Studien eingesetzt. Zugelassen ist davon noch keines.

Eine Richtung, in die die Forschung geht: Antikörper gegen das Virus einzusetzen. Das Prinzip nennt sich passive Immunisierung. Den Patienten, die keine oder zu wenig eigene Antikörper haben, werden Antikörper verabreicht. Die potenziell erfolgversprechenden Wirkstoffe scheinen aber nicht gegen die vielerorts dominante Delta-Variante zu wirken, wie Wissenschaftsjournalistin Christina Sartori erklärt.

"An der Bürokratie kann es nicht liegen, dass die Entwicklung so lange dauert. Die wurde auch für Medikamente extrem beschleunigt. Es ist einfach total schwierig, etwas passendes zu finden. Dass das mit den Impfstoffen so schnell ging, ist unglaubliches Glück."
Christina Sartori, Wissenschaftsjournalistin

Andere Mittel, die getestet werden, sind schon länger im Einsatz gegen andere Erkrankungen, etwa Hepatitis oder HIV. Diese Medikamente setzen an den Mechanismen an, mit denen sich Viren vermehren. Die Hoffnung ist, dass sie auch die Vermehrung von Corona-Viren stoppen könnten. Der Vorteil: Diese Mittel sind schon weiter in der Entwicklung und teilweise auf dem Markt. Das könnte viel Zeit sparen.

Ein neues Medikament zu entwickeln kann fünf bis zehn Jahre, manchmal noch länger dauern. Die klinischen Prüfungen bestehen nur wenige. Auch gegen die Grippe gibt es immer noch kein gutes Medikament, obwohl seit Jahrzehnten daran geforscht wird.

Medikamente, die derzeit bei Covid-19 im Einsatz sind

Bei einer Covid-19-Erkrankung sind zwar ein paar Medikamente im Einsatz, diese können aber nicht allumfassend gegen die Symptome wirken. Unter anderem handelt es sich dabei um:

  • Dexamethason: Dämpft das Immunsystem. Bei einem schweren Verlauf spielt das Immunsystem von Covid-19-Patienten verrückt.
  • Blutverdünner: Viele Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, bekommen ein Mittel, das das Blut verdünnt, um zu verhindern, dass sich Thrombosen bilden – also ein Blutpropf, der ein Blutgefäß verstopft.
  • Am Anfang der Pandemie wurde häufig Remdesivir eingesetzt. Inzwischen hat eine Studie festgestellt, dass Remdesivir kaum gegen die Erkrankung hilft.

Derzeit werden laut US-Pharmaverband BIO (Biotechnology Innovation Organization) mehr als 600 verschiedene Medikamente darauf erprobt, ob sie hilfreich gegen Covid-19 sein können.