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Die Bezirksregierung Köln warnt vor illegal in Umlauf gebrachten Corona-Schnelltests für Privatpersonen. Wenn diese nicht von Fachkräften angewendet würden, könnte das schlimme Infektionsfolgen haben. Auch die Ärztin Julia Fischer rät dringend davon ab, Schnelltests eigenhändig und ohne Fachwissen durchzuführen.

Bevor es an Weihnachten zur Familie und Verwandschaft geht, liegt die Idee nahe, einen Corona-Schnelltest zu machen – vielleicht sogar eigenhändig. Die Bezirksregierung Köln warnt in einer Mitteilung vor Schnelltests, die unter anderem an Tankstellen, in Supermärkten, Tierarztpraxen, Brauereien und vielen anderen Stellen illegal in den Verkehr gebracht wurden und für Privatkunden auch ohne Fachkenntnisse frei käuflich sind.

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Auch wenn der Gedanke zunächst nicht verkehrt sei, sich vor Weihnachten selbst mit einem Schnelltest auf das Coronavirus zu testen, bevor es zur Familie geht: Von einem Selbsttest rät auch die Ärztin und Wissenschaftsjournalistin Julia Fischer dringend ab.

"Das Risiko für einen falschen negativen Test ist einfach sehr, sehr hoch. Das heißt, Zuhause sollte man sie wirklich nicht machen, sondern nur mit geschultem Personal."
Julia Fischer, Ärztin und Wissenschaftsjournalistin

Bei falscher Anwendung sei das Risiko eines falschen Testergebnisses einfach viel zu hoch, so die Ärztin. Es brauche Fachpersonal, um die Abstriche in Nase oder Rachen richtig durchzuführen.

Negativer Test kein Freifahrtsschein für die Weihnachtstage

Bei guten Tests könnten wir uns mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit darauf verlassen, dass er anschlägt, wenn wir genügend Virus in uns tragen, sagt Julia. Problematischer seien eher die negativen Testergebnisse. Diese besagen zwar mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass aktuell vermutlich keine hohe Ansteckung vorliege, jedoch habe ein negatives Ergebnis nur eine Haltbarkeit von ungefähr einem Tag. Das heißt: Am nächsten Tag könnte das Ergebnis schon anders ausfallen.

"Ein negativer Test hat auch wirklich nur die Haltbarkeit von ungefähr einem Tag. Schon morgen kann das Testergebnis ganz anders aussehen."
Julia Fischer, Ärztin und Wissenschaftsjournalistin

Um einigermaßen sicher zu sein, müsste eigentlich jeden Tag getestet werden. Darum sei ein negativer Test vor Weihnachten auch kein Freifahrtschein für die gesamten Feiertage. Maske, Abstandsregeln, Händewaschen – das sei daher auch bei negativen Ergebnissen sehr wichtig, sagt Julia.

Alternative Gurgel-Test

Demnächst könnten Gurgel-Tests eine unkompliziertere Alternative zu den bisherigen Schnelltestverfahren sein. Derzeit würde das von Ärztinnen und Ärzten in Wien, Köln und Paris getestet. Bei diesem Verfahren werde ungefähr eine Minute lang mit einer speziellen Lösung gegurgelt, die anschließend in ein Röhrchen gespuckt werde. Noch müssten größere Studien zeigen, wie verlässlich diese Methode wirklich sei, doch die bisherigen Ergebnisse machen Hoffnung, sagt die Ärztin.