"199 Fragen an dich selbst" heißt das neue Buch von Michael Kurth - besser bekannt als "Curse", einst einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Nach einer Musik-Auszeit hat er über Therapie und Meditation einen neuen Weg für sich gefunden. Heute ist er wieder Musiker und arbeitet als Coach.

Wie? Warum? Weshalb? Michael Kurth aka "Curse" interessiert sich in seinem neuen Buch sehr für Fragen. Fragen können uns den richtigen Weg weisen, meint er - wenn wir uns auf sie einlassen und auch neue Wege wagen. 199 Fragen hat er formuliert, die uns neue Impulse im Alltag geben sollen. Das sei eine Art "Miniworkshop mit dir selbst", sagt der Musiker und Coach. Wie ein begleitetes Selbstcoaching.

"Wie schaffe ich es, trotz der ganzen Ablenkung, trotz dem Stress und der Sachen, die mich mal in den Burnout getrieben haben, damit umzugehen? Wie schaffe ich es, etwas ruhiger, entspannter und aufmerksamer durchs Leben zu gehen?"
Michael "Curse" Kurth

Mit Anfang 20 war Curse ganz oben, spielte als einer der erfolgreichsten Rapper des Landes vor ausverkauften Hallen. Sein erstes Album "Feuerwasser" erschien 2000. Es ging steil bergauf. "Ich hab meinen Traum gelebt", sagt er heute. Aber es "war Fluch und Segen gleichzeitig".

Auszeit für Auseinandersetzung mit sich selbst

Unerfahren und ohne Mentor hat er sich in die Karriere gestürzt, in stillen Momenten ging es ihm aber nicht gut, erzählt er. Es sei bei ihm gewesen, wie bei vielen: Persönliche Probleme hat er lange Zeit mit sich herumgetragen. Mit der Zeit bauten sich viele negative Gefühle auf. "Irgendwann musste die Auseinandersetzung sein", sagt Curse. Er zog die Notbremse: "Keine Mukke mehr, keine Auftritte mehr." Und er machte eine Therapie.

"Mir geht's heute wirklich besser. Das heißt nicht, dass mein Leben immer mega cool ist, aber ich geh ganz anders mit all diesen Dingen um."
Michael "Curse" Kurth

Mit Entspannungstechniken und Coaching konnte er sich helfen. Er hat eine Ausbildung gemacht und ist selber Coach geworden. Auch auf seinem Instagram-Account Curse geht es oft um Selfcare und mentale Gesundheit. "Ich beschäftige mich mit Meditation, weil mir das im Leben sehr weitergeholfen hat", sagt er. Seit bald vier Jahren geht Curse diese Themen auch in seinem Podcast "Meditation, Coaching & Life" an.

"Wenn jeder kleine Schritte für sich selber macht, dann kann sich das auch auf die Gesellschaft auswirken. Das glaube ich ganz fest."
Michael "Curse" Kurth

In den letzten 15 Jahren hat sich in diesem Bereich viel getan, findet Curse, und das sei gut. Über psychische Probleme werde heute viel offener gesprochen, "die Hemmschwellen sind so viel niedriger geworden".

Ehrlich und offen bleiben

Das wichtigste sei, meint er, dass wir unseren Gefühlen offen begegnen und sie uns zugestehen - auch wenn es negative Gefühle sind. "Wir sind nicht immer lieb, sondern manchmal auch krasse Arschlöcher", sagt Curse. Er selbst habe versucht, in den letzten Jahren so gut wie möglich an sich zu arbeiten. Der Weg sei noch nicht zu Ende. Aber - und darüber ist er sehr froh: Er habe inzwischen wieder zur Musik gefunden. "Mit mehr Freude und Lockerheit als je zuvor." Ein neues Album ist in Arbeit.

"Ich mach Coaching zu 100 Prozent, und ich mach Musik zu 100 Prozent."
Michael "Curse" Kurth