Die Bedrohung durch Cyber-Kriminalität wird immer größer. Es geht um Millardenverluste weltweit. Eine neue Studie von McAfee zeigt: Deutschland wird durch Cyber-Kriminalität am meisten geschadet.

Drei große Kategorien

Die Autoren der Studie gliedern die Internet-Kriminalität in drei große Bereiche auf: Industrie-Spionage, Finanzbetrug und Raub an geistigem Eigentum. Alle drei Kategorien befinden sich im Aufwind: Je mehr Daten im Netz vorhanden sind, desto mehr werden sie von Kriminellen missbraucht. Im Bereich der Industriespionage könnten Hacker zum Beispiel Daten von Baupläne oder Infos über Maschinen an andere Hersteller weiterverkaufen.

Woher kommen die Daten für die Studie?

Die Datenlage für die Studie, die von einer Denkfabrik in den USA, dem Zentrum für Strategische und Studien, in Zusammenarbeit mit einem US-Softwarehersteller durchgeführt wurde, ist allerdings schwierig, sagt Kathrin Sielker. Die Studie sei nicht völlig unabhängig, dennoch hätten die Wissenschaftler möglichst objektiv versucht, verschiedene Methoden und Recherchewege anzuwenden.

Dafür haben sie tausende Berichte von gehackten Firmen weltweit und auch offizielle Daten von staatlichen Behörden ausgewertet. Außerdem führten sie Interviews mit Geheimdienstlern. Schwierig an der Studie sei, dass eine offizielle Definition von Cyber-Kriminalität fehlt und es auch keine offiziellen Datenbanken oder eine Meldepflicht für Unternehmen gebe, die Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sind. Vielen Firmen ist es unangenehm zuzugeben, dass sie gehackt wurden, denn das schädigt ihren Ruf und könnte Investoren verschrecken.

Jobs in Gefahr

Wenn Firmen Opfer von Datenklau werden, können sie viel Geld verlieren, das wiederum gefährdet Jobs. Auf diese Weise gehen allein in der EU jedes Jahr über 150.000 Arbeitsplätze verloren.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist der Schaden hierzulande am größten. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass für Deutschland vergleichsweise große Datenmenge vorliegen. Demnach seien schon über 16 Millionen Bundesbürger Opfer von Datenklau im Internet geworden. Weltweit lässt sich der durch Cyberkriminalität verursachte Schaden auf über 445 Milliarden US-Dollar beziffern.

Die Studie im Netz