Die Inzidenz in Dänemark liegt weitaus höher als in Deutschland, dennoch werden die Corona-Maßnahmen dort gelockert. Was in unserem Nachbarland anders ist.

Ohne Mundschutz unterwegs sein, in Nachtclubs feiern oder mit vielen anderen Menschen in Großveranstaltungen zusammenkommen – all das ist in Dänemark wieder möglich, obwohl die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei über 5000 liegt.

Allerdings hat sich die Zahl der Covid-19-Patienten und -Patientinnen in den Krankenhäusern auf den Intensivstationen seit Anfang Januar halbiert. Aktuell müssen landesweit nur 32 Menschen auf Intensivstationen wegen Covid-19 behandelt werden.

"Seit Anfang Januar hat sich in Dänemark die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, halbiert."
Sofie Donges, ARD-Korrespondentin in Skandinavien

Diese niedrige Zahl an Intensivpatienten ist ein Grund, warum die dänische Regierung sich für Lockerungen ausgesprochen hat. Hinzu kommt, dass die Omikron-Variante zwar sehr ansteckend ist und sich schnell verbreitet, aber nicht so schwere Krankheitsverläufe verursacht wie die Delta-Variante.

Während in Deutschland zwar ebenfalls die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen nicht bedrohlich ansteigt, füllen sich die anderen Stationen in den Krankhäusern mit Corona-Patienten. Allerdings ist die Inzidenz in Deutschland geringer als in Dänemark, die Impfquote aber auch.

"Die Ärzte und Ärztinnen sagen, es werden viele mit Corona, aber nicht wegen Corona eingeliefert."
Sofie Donges, ARD-Korrespondentin in Skandinavien

Außerdem habe sich die Behandlungszeit von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern verkürzt. Grund dafür sind die milderen Verläufe bei Omikron-Infektionen, aber auch die hohe Impfquote in der Bevölkerung. Denn vollständig Geimpfte können sich zwar anstecken, erkranken aber weniger schwer.

Personalengpässe wegen Corona

Verschiedene Branchenvertreter oder Gewerkschafterinnen kritisieren die Lockerungen, weil die Vielzahl an Krankheitsfällen zu großen Problemen führen. Sofie Donges, ARD-Korrespondentin in Skandinavien, hat mit einer Kindergartenleiterin gesprochen, die die krankheitsbedingten Personalausfälle kaum noch ausgleichen kann. Von 20 Angestellten seien nur noch drei einsatzfähig. Sie habe über Facebook Aushilfen rekrutiert, die sie nicht kenne.

"Wenn die Durchseuchung weiter zunimmt, kann das zu Problemen führen."
Sofie Donges, ARD-Korrespondentin in Skandinavien

Die Regierung hat deshalb auch die Quarantäneregelungen gelockert, um die Corona-Ausfälle in den Betrieben zu verkürzen.

Die Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass diese Durchseuchung in Kombination mit einer hohen Impfquote zu einer gewissen Herdenimmunität in einigen Wochen führen kann - unter den aktuellen Bedingungen der Omikron-Variante, sagt Sofie Donges. Denn sollte das Virus wieder mutieren, könnte sich die Situation anders entwickeln.