140.000 Menschen sind im syrischen Bürgerkrieg schon umgekommen. Neun Millionen sind auf der Flucht - teilweise in anderen Ländern oder innerhalb Syriens. Auch Najibe gehörte zu den Flüchtlingen. Als DRadio Wissen Reporter Nail Al Saidi vor einem Jahr mit ihr sprach, lebte sie in Yarmouk, einem palästinensischen Flüchtlingslager am Rande von Damaskus.

Wie geht es Najibe jetzt? Wie lebt sie? Lebt sie überhaupt noch? Mit gemischten Gefühlen startet Nail Al Saidi seine Recherche. Er hat als Student in Yarmouk gelebt. Das Wohnviertel steht in den Schlagzeilen, weil seine Bewohner verhungern. Auf Al Jazeera läuft stündlich ein Nachrichten-Trailer mit abgemagerten Menschen. Nail Al Saidi macht sich Sorgen.

"Keine Ahnung, wie wir überlebt haben"

Als er per Chat mit Najibe Kontakt aufnimmt, antwortet sie sofort. Najibe lebt und sie hat Internet! Sie ist immer noch in Damaskus, hat einen Job, eine neue Wohnung und ist inzwischen sogar verheiratet. Das sind die guten Nachrichten. Aber natürlich herrscht immer noch Bürgerkrieg. Najibe berichtet von den schrecklichen Erlebnissen in Yarmuk. Und auch jetzt, wo sie das Lager verlassen hat, bleibt Hunger ein ständiger Begleiter.

"Ein arabischen Sprichwort sagt, dass niemand am Hunger stirbt. Als es dann doch passierte, fühlten wir uns von unserer eigenen Kultur betrogen. Wie kann es sein, dass Muslime, Menschen, Syrer einander verhungern lassen?"
Najibe über ihr Leben in Damaskus

Syrien - Über Leben im Kriegszustand

Wir haben keine Lösungsvorschläge, liefern keine Analyse und schlagen uns auf keine Seite - wir hören Geschichten und wissen, dass wir längst nicht all das erzählen können, was es aus Syrien zu erzählen gibt.

Hier gibt es alle Syrien-Geschichten aus der Sendung "Einhundert" vom 14.03.2014