Die Europäische Union will die großen amerikanischen Tech-Konzerne besser kontrollieren und plant deshalb eine europäische Internetregulierung. Nun berichten mehrere Medien übereinstimmend, dass in den neuen Gesetztespaketen unter anderem steht, dass "Dark Patterns" abgeschafft werden sollen. Was es damit auf sich hat und warum es uns alle betrifft.

Online-Shops setzen sie ein, damit wir mehr Geld ausgeben. In einem neuen Gesetz soll stehen, dass "Dark Patterns", also gezielte Täuschungstechniken an User*innen künftig verboten sein sollen, so der Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andi Noll. Diese Täuschungstricks zu erkennen sei nämlich gar nicht so leicht, denn sie könnten alle Farben und Formen annehmen.

"Es geht unter anderem darum, uns besser vor Abofallen und psychologischen Tricks von Online-Shops im Netz zu schützen."
Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andi Noll über die neue europäische Internetregulierung

Andi Noll erklärt "Dark Patterns" am Beispiel vom "Black Friday", der in der kommenden Woche ansteht. "Potenzielle Kaufinteressierte sollen mit Zusätzen in den Online-Shops unter Druck gesetzt werden ganz schnell etwas zu bestellen", sagt er. "Da steht dann zum Beispiel neben dem Produkt, dass nur noch zwei, drei oder vier Exemplare verfügbar sind."

"Dark Patterns" begegnen uns täglich

Einem weiteren Trick begegnen wir jeden Tag im Internet. Cookies zu aktivieren sei viel einfacher, als die datenschutzfreundliche Variante auf einer Website zu finden, so der Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter. "Dark Patterns" könnten aber auch komplizierte Umwege sein, die es uns schwer machen, den Button zur Kündigung zu finden, so Noll. Auf dieser Übersichtsseite hat die Verbraucherzentrale ganz viele Beispiele zusammengetragen, wie wir in der Online-Welt von Anbietern bewusst manipuliert werden.

"Der Button, mit dem man die Cookies einer Seite aktiviert, ist viel fetter als die datenschutzfreundliche Variante, die man mühsam suchen muss."
Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Andi Noll über "Dark Patterns" im Alltag

Das Gesetz sei zwar noch nicht beschlossen, doch vieles deute darauf hin, dass die EU-Designtechniker*innen in Zukunft verbieten werden, uns zu unbewussten Entscheidungen zu drängen, sagt der Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter. Für EU-Verhältnisse gehe das Gesetzgebungsverfahren zudem sehr schnell voran, eine Einigung könnte bereits Anfang des kommenden Jahres erfolgen. Dann müssten noch Parlament, Rat und Kommission über die endgültige Fassung verhandeln.