Ermittelnden in Deutschland ist es gelungen, gegen eine Plattform im Darknet vorzugehen, auf der Bilder und Videos veröffentlicht wurden, die teilweise schwersten sexuellen Missbrauch von Kindern gezeigt haben.

Weltweit sollen rund 400.000 Mitglieder der Seite im Darknet Missbrauchsdarstellungen von Kindern ausgetauscht haben. Die Behörden haben die Plattform mittlerweile offline gestellt und vier Hauptverdächtige mit deutscher Staatsangehörigkeit festgenommen.

Drei von ihnen sitzen seit Mitte April in Untersuchungshaft. Gegen einen vierten Hauptverdächtigten liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Der Deutsche soll sich in Paraguay aufhalten und nach Deutschland ausgeliefert werden.

Laut den Ermittlungen sollen drei von ihnen die Betreiber und Administratoren der Webseite sein, der vierte Tatverdächtigter eines der aktivsten Mitglieder. Ob es noch weitere Mittäterinnen und Mittäter gibt, ist gerade unklar.

Schwerster sexueller Missbrauch

Es geht um schwere Straftatbestände, erklärt Dlf-Hauptstadtstudio-Korrespondent Marcus Pindur. Die Missbrauchsdarstellungen zeigen vor allem Jungen, die unterschiedlich alt sind, und teilweise schwersten Missbrauch von Kleinkindern. Bislang haben die ermittelnden Behörden offengelassen, inwieweit sie die Opfer der Plattform identifizieren konnten.

"Solch eine Plattform zu zerschlagen, ist international einen besonders großer Ermittlungserfolg."
Marcus Pindur, Dlf-Korrespondent im Hauptstadtstudio

Standort des Servers der Plattform war in der Republik Moldau. Von dort aus soll die Plattform mindestens seit Juni 2019 online gewesen sein.

Bei ihren Ermittlungen haben die Behörden sieben Objekte in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg durchsucht. An den monatelangen Ermittlungen waren neben dem Bundeskriminalamt und Europol auch Strafverfolgungsbehörden in den Niederlanden, Schweden, Australien, den USA und Kanada begleitet. Sie dauern aktuell weiter an. Alleine, dass die Seite offline ist und die Hauptverdächtigen festgenommen sind, ist für sie ein großer Ermittlungserfolg, erklärt Markus Pindur.