Im Darkweb tummeln sich Menschen, die die Schnauze von Überwachung voll haben oder kriminell sind. Eine Künstlergruppe wagt eine Expedition ins böse Netz. Dafür haben sie einen Bot entwickelt und ausgesetzt: den Random Darknet Shopper.

Randy heißt die Maschine, die sich ins Darkweb wagt. Jener düsteren Ecke des Internets, wo die Dauer-Überwachung schwierig ist und sich allerlei dubiose Gestalten herumzutreiben scheinen: Drogen-, Waffen-, Pornohändler, Umstürzler, Datenschutz-Aktivisten. Randy ist ein Bot. Ein Computerprogramm, ein ferngesteuerter Browser, der sich durchs Darknet klickt und automatisch herumstöbert. Ganz anonym mit der Verschlüsselungssoftware Tor.

"Randy sucht dann einen beliebigen Artikel, der unter 100 Dollar kostet, bestellt ihn - und lässt ihn direkt liefern an die Kunsthalle St. Gallen, wo unsere Ausstellung ist, adressiert."

Der Random Darknet Shopper Randy ist ein Kunstprojekt der Mediengruppe Bitnik. "Wir haben uns als Künstler die Frage gestellt, was wir mit dem Umstand, dass das Netz zu großen Teilen dazu da zu sein scheint, Leute zu überwachen, anstellen sollen", erkärt Carmen Weisskopf die Idee hinter dem Projekt. Was Randy im Darknet bestellt, zeigt die Kunsthalle St. Gallen bis zum 11. Januar in einer Ausstellung.

Darknet mit Regeln

Randys Beute kann sich sehen lassen, auch wenn eine Menge Schrott dabei ist. Eine kleine Auswahl:

  • Falsche Sprite-Dose
  • Eingescannter Ungarischer Pass
  • Gefälschte Turnschuhe
  • Ecstasy
  • Moldawische Schwarzmarkt-Zigaretten

Die Bitnik-Künstler haben bei den Shopping-Touren übrigens festgestellt: Es herrscht keine Anarchie im Darknet. "Wir haben eine Handtasche von Louis Vuitton bestellt, da hat uns kurz darauf der Verkäufer gesagt, dass er die Tasche nicht mehr im Lager hat und uns das Geld sofort zurück überwiesen."