Zitronen, Orangen und Mandarinen gehören für uns zum Winter - dass sie  schimmeln leider auch. So kommt ihr an Vitamine, ohne den Weißschimmel und seine hässlichen Freunde.

Mandarinen aus dem Netz und mittendrin sind zwei oder drei verschimmelt. Es rächt sich, wenn man im Supermarkt nicht ganz genau guckt. Unser Reporter Sebastian Rams kennt noch andere Tricks.

Grundsätzlich verderben Bio-Früchte wesentlich schneller– in der Regel innerhalb einer Woche, weil die nicht mit konservierenden Pflanzenschutzmitteln und Mitteln zur Schalenkonservierung behandelt werden dürfen.

Deswegen sind Bio-Früchte oft auch etwas kleiner oder haben kleine braune Narben. So lange die Schale aber intakt ist, ist das kein Problem. Die Schale könnt ihr zum Kochen und Backen verwenden.

Gift in der Schale

Bei konventionell angebauten Zitrusfrüchten solltet ihr das unbedingt lassen. Sie werden während der Reifezeit am Baum mit Pflanzenschutzmitteln besprüht. Nach der Ernte kommen dann verschiedene Antischimmelmittel zum Einsatz, mit denen die Schale behandelt wird. Diese können Übelkeit bis zum Erbrechen hervorrufen. Die Chemikalie Imazalil wird von der amerikanischen Umweltbehörde als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Durch einen Waschvorgang verlieren konventionell angebaute Früchte ihre natürliche Wachsschicht. Deswegen bekommen sie einen neuen Schutzüberzug. Zum Beispiel mit Montansäureester, der auch aus Braunkohle gewonnen wird. Dafür sind die gespritzten Früchte in der Regel auch länger haltbar.

Wenn eine Frucht schimmelt

Viele Behandlungsprozesse sind dabei automatisiert. Dabei kann es passieren, dass eine Frucht weniger Schutzmittel abbekommen hat, früher schimmelt und die anderen Früchte im Netz mit Schimmelsporen infiziert.

Aber auch wenn alle Früchte gleichmäßig behandelt worden sind, ist der eigentliche Fehler bei Südfrüchten: die Kühlung zu Hause. Das sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg.

"Nicht in den Kühlschrank! Südfrüchte sind kälte- und feuchtigkeitsempflindlich. Möglichst trocken lagern und relativ kurzzeitig verbrauchen."
Silke Schwartau, Verbraucherzentrale Hamburg

Am besten, ihr kauft nicht mehr als ihr für ein bis drei Tage braucht. Eine Ausnahme beim Kühlen gibt es: Orangen sind die einzigen Zitrusfrüchte, die sechs Grad im Kühlschrank vertragen.

Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg sagt, dass es hilft, Zitrusfrüchte einzeln einzukaufen.

"Wenn man in Netzen kauft, würde ich mir das Netz von allen Seiten angucken. Man kann auch Zitrusfrüchte einzeln einkaufen, dann entgeht man dem Schimmelrisiko."
Silke Schwartau, Verbraucherzentrale Hamburg

Außerdem solltet ihr keine Ware kaufen, die zu riesigen Bergen aufgetürmt ist. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Druckstellen und die begünstigen wiederum die Bildung von Schimmel.

Die Früchte also auch nicht unten in der Einkaufstasche nach Hause tragen und zu Hause am besten raus aus dem Netz und möglichst breit gefächert auslegen. Wenn möglich in einer Schale mit Löchern oder einem Korb, weil die Luft so gut zirkulieren kann.

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