Nach dem Tod geht es meistens unter die Erde – es sei denn, man entscheidet sich dazu, seinen Körper der Wissenschaft zu spenden. Wir erklären euch, was man dabei beachten muss und wie eine Körperspende abläuft.

Wer Interesse daran hat, seinen Körper nach dem Tod zu spenden, sollte zunächst einmal ein Infogespräch mit einem der 35 Institute in Deutschland führen, die Körperspenden annehmen. Hier wird erklärt, auf was man achten muss und welche Körper für eine Spende infrage kommen. Hier ist beispielsweise auch zu erfahren, dass Körperspenderinnen- und Spender im Voraus für Überführung, Einäscherung und Behördengänge zwischen 800 und 1500 Euro – je nach Institut – zahlen müssen.

Wer sich nach der Beratung dafür entschieden hat, kann anschließend mit dem ausgewählten Institut einen Vertrag abschließen, in dem der Körper nach dem Tod dem Institut für wissenschaftliche Zwecke überlassen wird. Von diesem Vertrag kann man aber auch jederzeit und ohne Begründung wieder zurücktreten.

Nicht jeder Körper wird angenommen

Zu beachten gibt es beispielsweise, dass nicht jeder Körper von den Instituten angenommen wird. Menschen, die zu Lebzeiten ansteckende Krankheiten wie Hepatitis, Tuberkulose oder HIV hatten, sind von der Spende ausgeschlossen. Wer seinen Körper der Wissenschaft spendet, kann zudem nicht gleichzeitig Organe spenden, da die Studierenden nur an intakten Körper lernen können. Operationen oder beispielsweise eine Prothese sind kein Hinderungsgrund.

"Man kann nicht gleichzeitig seine Organe spenden: Die Studierenden müssen ja schließlich einen intakten Körper haben, an dem sie lernen können und nicht einen, wo schon das Herz oder die Leber fehlt."
Kathrin Baumhöfer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bei manchen Instituten ist auch das Alter der verstorbenen Person ein Ausschlusskriterium. Die Charité in Berlin nimmt Verstorbene ab 50 Jahren an, das Institut für Anatomie in Rostock nimmt erst ab 55 Jahren an. Die Institute in Köln und Aachen haben dagegen keine Altersgrenze, hier regeln es die Universitäten individuell, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kathrin Baumhöfer.

Institute entscheiden über Verwendung des Körpers

Hat sich eine Person dafür entschieden, ihren Körper zu spenden, und verstirbt, dann wird zuerst - wie bei jedem Menschen - der Tod von einem Arzt bestätigt. Der Körper wird daraufhin von einem Bestatter abgeholt, in das jeweilige Institut gebracht und untersucht.

Daraufhin entscheidet jedes Institut individuell, wofür der Körper verwendet werden soll. Neben dem Präpkurs für Medizinstudierende kann der Körper auch für Ärztefortbildungen oder für die Forschung genutzt werden. Je nach Verwendung wird er dann eingefroren oder konserviert.

Keine offizielle Beerdigung

Für die Angehörigen bedeutet die Körperspende der verstorbenen Person, dass es erst mal keine offizielle Beerdigung geben wird. Zwischen dem Tod der Spenderin oder des Spenders und der Beerdigung können bis zu zwei Jahre liegen.

"Zwischen dem Tod des Spenders oder der Spenderin bis zur Beerdigung können bis zu zwei Jahre liegen."
Kathrin Baumhöfer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Nach den durchgeführten Untersuchungen wird der Körper verbrannt. Die meisten Institute veranstalten dann eine Trauerfeier und eine anonyme Beisetzung. Wer anders bestattet werden möchte, muss dies im Vorhinein abklären.