Stefan Raue wird neuer Intendant des Deutschlandradios. Einen Schwerpunkt möchte er auf die Weiterentwicklung von Online-Angeboten legen und sich der Herausforderung stellen, auch die Generation RTL zu erreichen.

Stefan Raue, aktuell trimedialer Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks, wird zum 1. September Intendant des Deutschlandradios. In Eine Stunde Was mit Medien erzählt er, was für ihn die wichtigsten Aufgaben dabei sind, wie sich die drei Programme des Deutschlandradios entwickeln können und welche Rolle das Netz dabei spielen könnte.

Raue ist Journalist. Trotzdem wird er sich als Intendant mit seiner journalistischen Einflussnahme auf die Kollegen zurückhalten, sagt er.

"Das letzte, was ein Sender braucht, ist ein Ober-Ober-Chefredakteur. Jemand, der ständig durch die Redaktionen hetzt und fragt: Habt ihr das schon? Wollen wir nicht das mal machen? Das geht allen auf die Nerven und macht das Programm auch nicht besser."
Stefan Raue, gewählter Intendant Deutschlandradio

Eines der erklärten Ziele von Raue sind Inhalte und Formate fürs Netz. "Wir haben lange gedacht, das Internet sei ein Ausspielweg für die Inhalte, die wir sonst so machen", sagt Raue. So aber funktioniere das Netz nicht. Es fordere andere Formate, Inhalte und Ästhetik. "Wir müssen Formate entwickeln, die so im Radio und Fernsehen nicht gesendet würden, aber im Netzt gut funktionieren."

Solche Formate könnten auch dabei helfen, die "Generation RTL" stärker anzusprechen. Damit meint Raue Menschen zwischen 29 und 59 Jahren, die mit dem privaten Rundfunk aufgewachsen sind und die nicht wie in der Generation zuvor ganz automatisch öffentlich-rechtliche Angebote nutzen. Für Raue ist es eine spannende Entwicklungsaufgabe, diese Generation zu erreichen. 

Mehr aus dem Gespräch zwischen Daniel Fiene, Herrn Pähler und Stefan Raue im Audio ("Hören" oben auf der Seite, 17 Min).