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In ihrem Romandebüt "Schwarzes Herz" beschreibt die Autorin Jasmina Kuhnke aus der Ich-Perspektive das Aufwachsen einer namenlosen schwarzen Deutschen in Deutschland - in einer rassistischen Gesellschaft.

Jasmina Kuhnke positioniert und engagiert sich offen gegen Rassismus, Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit und gegen rechte Gewalt. Sie bezahlt einen hohen Preis für ihren Aktivismus und ihre Courage. Sie wird beschimpft und bedroht. Im Frühjahr 2021 muss sie mit ihrer Familie den Wohnort wechseln, weil ihre Adresse mit dem Aufruf, sie zu massakrieren, veröffentlich worden war. Trotz Lebensgefahr bleibt sie weiter in der Öffentlichkeit auf Instagram und Twitter und schreibt ihr Romandebüt "Schwarzes Herz".

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In "Schwarzes Herz" gibt es keine Namen. Das nimmt den Figuren zwar eine gewisse Individualität, aber dadurch wird einmal mehr deutlich, dass es sich bei der Ich-Erzählerin nicht um ein Einzelschicksal handelt, sagt Deutschlandfunk Nova-Rezensentin Lydia Herms. "Genauso wenig wie bei den rassistischen Menschen um sie herum um Einzeltäter und Einzeltäterinnen…"

Alltagsrassismus an der Tagesordnung

Von klein auf wird der schwarzen Protagonistin in Jasmina Kuhnkes Roman vermittelt, dass sie weniger wert ist als weiße Menschen. Ständig wird sie auf ihre dunkle Hautfarbe reduziert und mit Ressentiments konfrontiert, die sie irgendwann sogar selbst glaubt - dass sie stinkt, faul, böse und falsch ist und nicht hierhin gehört.

"Sie hält das N-Wort lange Zeit für völlig normal, weil sie es so oft gehört hat."
Lydia Herms, Deutschlandfunk Nova-Rezensentin

Von ihrer Mutter, Tochter jugoslawischer Gastarbeitereltern, wird sie bedingungslos geliebt. Doch die bekommt von den Verletzungen ihres Kindes nichts mit - oder ignoriert sie, weil sie dafür weder Kraft noch Zeit hat. Ihren leiblichen Vater, einen Mann aus Gambia, lernt sie nie kennen.

Wenn Diskriminierung und Gewalt zur Gewohnheit werden

Immer gerät sie an Menschen, die sie schlecht behandeln. Seien es die Klassenkameradinnen, die sie nur zu sich nach Hause einladen, weil die Eltern ein afrikanisches Patenkind haben. Sei es der Trainer im Leichtathletikverein, der sie nie lobt, obwohl sie die Schnellste ist. Sei es der Mann, den sie heiratet, der sie erniedrigt und schlägt.

Erst als ihr eine Freundin ein Notizbuch schenkt, um darin alles aufzuschreiben, was sie bewegt, erwacht in ihr etwas, dass sie für tot gehalten hatte.

"Schwarzes Herz" - Romandebüt von Jasmina Kuhnke, erscheint am 19. Oktober 2021 bei Rowohlt Hundert Augen, 205 Seiten, gebundene Ausgabe: 20 Euro, E-Book: 14,99 Euro.