Soll das mein Leben sein? Da muss ich mich geirrt haben, oder? - so etwa geht es den Protagonisten in Ursula Frickers Roman "Lügen von gestern und heute". Sie lügen, verheimlichen, träumen. Alles auf der Suche nach einem Ausweg.

Eine der Hauptfiguren ist Isa: Sie ist Studentin und eine militante Aktivistin - auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist sie gut behütet aufgewachsen, wird als scheinbar brave Tochter von den Eltern unterstützt. Auch wenn sie jetzt abgewetzte Lederjacken statt akkuraten Blazer trägt. Als sie bei einem Protest auf den Innensenator Ottens trifft, sieht sie die Chance, ganz Aktivistin zu sein. Ihre Grenzen auszutesten. Mit verhängnisvollem Ausgang.

Ausweg aus dem falschen Leben

Auch Ottens ist nur auf den ersten Blick ein lupenreiner Bürokrat. Eigentlich ist er Politiker aus Überzeugung. Eigentlich ist er auch liebender Ehemann. Dennoch trifft er Beba, die Prostituierte. Und diese ist eigentlich Jazz-Pianistin...

Der Roman der Schweizerin Ursula Fricker folgt einem Reigen von Menschen, die in irgendeiner Form in ihrem Leben gefangen sind: Isa, Beba und Ottens. Sie alle haben eine Leidenschaft. Die eine lebt sie, die anderen haben sie vergessen, verdrängt oder abgestellt. Aufgegeben haben sie jedoch noch nicht. Alle suchen einen Ausweg aus dem falschen Leben.

„Lügen von gestern und heute“ von Ursula Fricker - erschienen bei dtv.