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"Zeuge des Spiels" heißt der Thriller, den die niederländischen Brüder Daan und Thomas Heerma van Voss über zwei Morde geschrieben haben, die sich sehr ähnlich sind – so, wie sich auch die beiden beschuldigten Männer sehr ähnlich sind, denn es sind Vater und Sohn.

Das letzte Mal, als Aron ein Gefängnis von innen gesehen hat, war vor fünf Jahren. Und da hatte er auf der anderen Seite der Scheibe gesessen, auf der Seite der Gefangenen. Heute ist er nur Besucher.

Und auch wenn die beiden Gefängnisse mehr als siebentausend Kilometer Luftlinie voneinander entfernt liegen – das eine in den Niederlanden, das andere im Süden der USA – sind sich diese zwei unwirtlichen Orte doch sehr ähnlich.

Fünf Jahre lang hatte Aron nicht gewusst, wohin sein Sohn geflohen war. USA. Ohne Rückflugticket. Mehr hatte er nicht gewusst.
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Litertur-Expertin

Aron bekommt es mit der Angst zu tun. Vielleicht will Alexander ihn doch nicht sehen. Oder er darf nicht. Am Ende weiß er vielleicht gar nicht, dass Aron hier ist, um ihn zu sehen. Aber dann wird eine Tür zum Besucherraum geöffnet und eine magere Gestalt in schlecht sitzender, hellblauer Gefängniskleidung hereingeführt. Zuerst erkennt Aron ihn nicht wieder. Nach nur fünf Jahren, seinen eigenen Sohn.

Achtzehn Jahre lang waren Aron und Alexander eine glückliche Familie gewesen, gemeinsam mit Nora, Arons Frau, Alexanders Mutter. Und von einem auf den nächsten Tag war das alles vorbei gewesen. Nora verschwand. Wenige Tage später fand man sie tot, mit schweren Schnittverletzungen. Dann wurde Aron festgenommen und verhört. Für das ganze Land war er der zweifellos der Mörder. Aber es konnte nicht bewiesen werden. Und so kam Aron wieder frei.

Fünf Jahre später: Alexander in Untersuchungshaft

Nun sitzt Alexander im Gefängnis. Die Geschichte scheint sich in etwas abgeänderter Form zu wiederholen. Ihm wird vorgeworfen, seine Freundin und Kommilitonin Nathalie ermordet zu haben – mit mehreren Messerstichen. Die Spur führt schnell zu Alexander. Auch er beteuert seine Unschuld. Und auch er wird, obwohl es einen zweiten Verdächtigen gibt, von der Öffentlichkeit sofort als der Täter abgestempelt. Zwei Menschen glauben Alexander: sein Vater und die ermittelnde Polizistin.

Das Buch

"Zeuge des Spiels" (Originaltitel: "Ultimatum", 2015) von Daan und Thomas Heerma van Voss, Thriller, aus dem Niederländischen übersetzt von Ulrich Faure, erschienen bei Schöffling & Co., 301 Seiten, Buch (Klappenbroschur): 18 Euro, E-Book: 10,99 Euro; Erscheinungstag: 07.08.2018