Ja, auch im Tierreich gibt es Junkies: Rentiere, die bestimmte Pilzarten essen oder Kängurus, die sich Opiate reinpfeifen. Das ist nichts Neues. Neu ist: Tiere, die sich an anderen Tieren berauschen. Und dazu gehört der Delfin - der Freund der Kinder ist ein Junkie.

Delfine haben ihren ganz besonderen Kick gefunden: Sie berauschen sich an Kugelfischen. Diese produzieren zu ihrem Schutz ein extrem starkes Gift mit dem Hauptbestandteil Tetrodotoxin. Die höchsten Giftkonzentrationen finden sich in der Haut, der Leber und den Eierstöcken des Kugelfisches. Tetrodotoxin ist ein starkes Nervengift, eines der stärksten natürlichen Gifte überhaupt. Ein Milligramm davon reicht aus, um einen erwachsenen Menschen zu töten.

Delfine stehen auf Tetrodotoxin

Delfine haben gelernt, das Tetrodotoxin sinnvoll zu nutzen. Denn in größtmöglicher Verdünnung lässt sich das Gift - auch in der Medizin - zur Linderung von Schmerzen beziehungsweise zur Betäubung einsetzen.

Deshalb schnappen sich die Delfine den Kugelfisch, kauen sanft auf ihm herum und lassen ihn dann wie einen Joint unter ihren Artgenossen rumgehen.

Auch Menschen genießen gerne Kugelfisch - zumindest das giftfreie Muskelfleisch. In Japan ist dies eine teure Köstlichkeit, die ziemlich viel Vertrauen zum Koch voraussetzt.