Zur Verteidigung ziehen sich Boxerkrabben zwei Seeanemonen über ihre Scheren. Damit ihre lebendigen Handschuhe auch schön handlich bleiben, werden die Seeanemonen auf Diät gehalten. 

Boxerkrabben tragen an jeder ihrer Greifwerkzeuge eine Seeanemone. Da das eigentlich festsitzende kleine Blumentiere sind, lösen die Krabben sie vorsichtig vom Stein ab und stülpen sie über. Dornen an der Schereninnenseite verhindern dann, dass sie bei ausufernden Boxbewegungen nicht von den Scheren gleiten.

Boxerkrabben halten Anemonen klein

Sobald sich der Boxerkrabbe Fressfeinde nähern, hebt sie die Fäuste zum Kampf. Damit demonstrieren die kleinen Krebstiere nicht nur Schlagkraft, sondern machen die Gegner auf die giftigen Tentakel der Seeanemonen aufmerksam. Die sind wiederum gefürchtet, weil sie auch überlegenen Gegnern schwere Verletzungen zufügen können.

"Auf den ersten Blick erinnern die anemonenbepackten Scheren an klebrige, kleine Boxhandschuhe."
DRadio-Wissen-Tierexperte Mario Ludwig

Forscher nahmen bislang an, dass die Anemonen als lebende Waffen einen fairen Teil der Krabbenmahlzeiten abbekommen. Jetzt fanden sie heraus: Die Boxerkrabben regulieren die Nahrungsaufnahme ihrer Nutztiere, sie halten sie schlank und beweglich - weil unhandliche, schwere Boxhandschuhe keinen Vorteil hätten.

Anemonen nutzen Krabben oft über mehrere Wochen

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Sollte mal eine Anemone verloren gehen, teilt die Krabbe mit ihrer Schere einfach die noch vorhandene in zwei Teile. Innerhalb weniger Tage wachsen beide wieder zu vollwertigen Anemonen heran und können sofort wieder zur Verteidigung eingesetzt werden. Gehen beide Boxhandschuhnutztiere verloren, räubert die Krabbe auch bei einer Artgenossin. Denn "freie" Anemonen sind schwer zu finden.