Entdecken Forscher unbekannte Tiere, dann dürfen sie sich Namen ausdenken. Manchmal nehmen sie dann Promi-Namen. So erging es einer Krabbe. Sie wurde zur "The Hoff"-Krabbe - nach dem berühmten und behaarten Bademeister David Hasselhoff. Denn die Krabbe ist auch ziemlich behaart, sie betreibt mit ihren Haaren sogar Körperfarming.

David Hasselhoff war Star der US-Serie "Baywatch". Die lief hauptsächlich in den 1990er-Jahren. Häufige Szene: Menschen drohen vor der Küste von Malibu unterzugehen. Sexy (wir sind in den 90ern) Rettungsschwimmer laufen anmutig, entspannt und mit perfekter Frisur Richtung Meer. Alles ganz cool. David Hasselhoff war einer von ihnen, und er hatte verdammt viel Haare auf der Brust.

Die Hoff-Krabbe macht Körper-Farming

Als Zoologen der Oxford Universität eine unbekannte Krabbenart mit dichten, langen Haaren auf dem Brustpanzer entdeckten, fiel ihnen nur ein Name ein: "the Hoff". So wird David Hasselhoff in den USA genannt. Aber keine Sorge, die Krabbe hat auch einen wissenschaftlichen Namen. Sie heißt "Kiwa tyleri", nach dem bekannten Biologen und Tiefseeforscher Paul Tyler.

Die lange Haare auf dem Brustpanzer der Krabbe werden auch Setae genannt. Sie sind vermutlich wichtig für die Ernährung. Die "Hoff-Krabbe" züchtet nämlich auf ihren Brusthaaren Bakterien, die sich von Mineralien ernähren, wie zum Beispiel Schwefel. Die Mineralien wiederum treten aus den Unterwasserschloten aus, also aus unterseeischen Thermalquellen. Aus den Schloten auf dem Meeresboden dringt sprudelnd-heißes und mineralhaltiges Wasser.

Die Bakterien kann die Krabbe mit kammartig konstruierten Mundwerkzeugen von den Brusthaaren abkratzen und sich dann in die Mundhöhle schaufeln. Eine Art "Körperfarming": Die Krabbe baut ihre eigene Nahrung an, um sie später zu ernten.

Verdammt großer Paarungshaufen

Die Krabbe lebt in etwa 2.000 Metern tief in der See, in der Nähe der Antarktis. Entdeckt wurden sie auf einer Expedition des Teams der Oxford Universität im Jahr 2010. Später haben Forscher der Universität Southampton mit Hilfe eines ferngesteuerten Forschungsunterseeboots die Krabben näher untersucht. Die Weibchen und Männchen treffen sich zur Paarung in ziemlich großen Haufen - mehrere Krabbenschichten übereinander.

Die Forscher fanden bis zu 600 Krabben pro Quadratmeter. Unklar ist, ob sich die Männchen mit mehreren Weibchen beziehungsweise umgekehrt paaren oder ob die Krabben auf Zweier-Sex stehen.