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David Hasselhoff hat ausgemistet und lässt rund 150 Dinge aus seinem Besitz versteigern. Für Fans kann auch eine Badehose eine echte Reliquie sein. Geld spielt hier keine Rolle, erklärt ein Fachmann.

Fans möchten gerne von ihren Stars etwas haben und die Verehrten geben es ihnen – meistens im Tausch gegen Geld. David Hasselhoff hat beispielsweise seine Wohnung und Garage leergeräumt. Seine Sachen lässt er versteigern, bis zum 23.01.2021 läuft die Auktion. Einen Teil des Erlöses möchte David Hasselhoff mit seiner eigenen Wohltätigkeitsorganisation für einen guten Zweck aufwenden.

Star aus den 1990ern hat viele solvente Fans

Zur Erinnerung: David Hasselhoff – aka The Hoff – lieferte mit "Freedom" den Soundtrack zur deutschen Wiedervereinigung. Er verbesserte in der Serie "Nightrider" gemeinsam mit dem autonomen Auto KITT die Welt und wühlte sich neben Pamela Anderson als Rettungsschwimmer in "Baywatch" durch die schäumende Pazifikbrandung. In den 1990er Jahren war David Hasselhoff ein riesen Star.

Seine Fans sind also wohl eher etwas älter und spendabel sind sie auch. Für David Hasselhoffs persönliches Exemplar des quasi-autonomen Autos von KITT werden bereits 975.000 Dollar geboten (Stand 05.01.2021). Die Versteigerung hat er bei Twitter so angekündigt:

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Objekte mit spirituellem Wert

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Timo Nicolas wundert sich, dass für eine signierte und getragene Badehose des ehemals feingelockten Mannes bereits Tausend Dollar geboten werden. Dazu hat er mit Harald Lange gesprochen. Dieser lehrt Sportwissenschaften an der Universität Würzburg und forscht zur Fankultur und zum Fan-sein. Er findet es nicht überraschend, dass solche Gegenstände viel Geld einbringen können. Für manche Menschen, und zwar egal ob Popfans oder Sportfans, hätten solche Objekte etwas Spirituelles.

"Das ist ein verbreitetes Phänomen, dessen Vorläufer wir aus der Religion kennen. Da werden Reliquien verehrt, Körperteile von Heiligen oder Gegenstände, die diese Heiligen besucht, beziehungsweise berührt haben."
Harald Lange, Sportwissenschaftler, Universität Würzburg

Ganz ähnlich ist es bei Gegenständen, die berühmte Filmstars oder Sportler getragen oder besessen haben. Beispiele gibt es genug: Michael Jacksons Handschuh oder die Strickjacke von Kurt Cobain. Diese modernen Star-Reliquien sind für viel Geld versteigert worden. Memorabilia-Auktionen heißen diese Veranstaltungen. Harald Lange vergleicht diese Art des Einkaufens mit Religiosität. Er sagt: "Im christlichen Glauben gehen wir davon aus, dass von diesen Reliquien eine heilsame, eine wundersame Wirkung ausgeht."

Bedeutung macht den Wert aus

Menschen sind also bereit, hohe Summen für Dinge auszugeben, deren realer Wert nicht im Ansatz so hoch ist. Die Voraussetzung: Sie verbinden damit etwas Besonderes. Für Beobachtende sei das ein ganz interessanter Markt, findet Harald Lange.

"Das Spannende ist, dass dieser Wert kein materieller ist, sondern ein ideeller. Das heißt, dass ist ein Wert, der aus Bedeutung besteht."
Harald Lange, Sportwissenschaftler, Universität Würzburg

Für den Sportwissenschaftler sind im Netz gekaufte Erinnerungsstücke nur zweitklassige Reliquien. Der ideelle Wert sei geringer, weil sie nicht selbst ergattert worden sind. Das Wertvollste sei dadurch gekennzeichnet, dass dieses Relikt, dieser Gegenstand, diese Unterschrift persönlich übergeben werde.

"Was oftmals auf Autogrammkarten zu sehen ist, dass noch eine persönliche Widmung draufgeschrieben ist. Das ist mit Abstand das Wertvollste, was man so bekommen kann"
Harald Lange, Sportwissenschaftler, Universität Würzburg