Das Zika-Virus breitet sich verdammt rasch aus. Vor allem die Menschen in Brasilien haben Angst. Dort kämpfen jetzt auch Soldaten gegen Stechmücken, die das Virus übertragen. In Europa droht keine Gefahr. Denn das Virus braucht die Mücke, sagt Wissenschaftsjournalist Martin Winkelheide.

Das Zika-Virus breitet sich in Nord-, Mittel- und Südamerika weiter aus. Über 20 Länder sind bereits betroffen, vor allem die Menschen in Brasilien haben Angst. Das Virus wird von einer Stechmücke übertragen. Im Normalfall verläuft eine Zika-Infektion recht harmlos. Man bekommt etwas Fieber, Gelenkschmerzen, teils Hautausschlag. Aber nach wenigen Tagen ist man wieder über den Berg.

Mehr Fehlbildungen

Doch das Virus scheint eine große Gefahr für Schwangere zu sein. Denn eine Zika-Infektion könnte zu Fehlbildungen von Schädel und Hirn bei Neugeborenen führen. In Brasilien wurden seit Oktober über 3500 Neugeborene mit Mikrozephalie registriert. Der Kopfumfang des Kindes ist dann zu klein und geistige Behinderungen können die Folge sein. Im Jahr 2014 gab es rund 150 Fälle von Mikrozephalie. Doch der Zusammenhang mit dem Zika-Virus bleibt bislang eine Vermutung.

Klar ist, dass das Virus 1947 im Zikawald in Uganda entdeckt wurde, deshalb auch der Name. In der Folge tauchte es immer mal wieder in Afrika, später auch in Asien auf. Aber es blieb bei Einzelfällen. Seit Mai 2015 verbreitet sich das Virus in Brasilien. Es könnte von Touristen während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 dorthin eingeschleppt worden sein. Die Infizierten wurden dann vermutlich von der Stechmücke Aedes Aegypti gestochen, die das Virus verbreiten konnte.

Die Stechmücke Aedes aegypti; Foto: dpa
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So sieht sie aus: die Stechmücke Aedes Aegypti. Sie überträgt das Zika-Virus, aber auch Gelbfieber und Dengue-Fieber.

In Brasilien gehen jetzt Soldaten gegen die Stechmücken vor. Außerdem sollen über 400.000 Schwangere Mückenschutzmittel erhalten. Vor allem braucht es aber einen Impfstoff gegen das Virus und ein Medikament zur Behandlung - beides fehlt bislang.

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