Bisher haben sich smarte Datenbrillen nicht auf dem Markt durchgesetzt. Facebbook und Xiaomi starten jeweils einen neuen Versuch. Das Ergebnis findet der Technikjournalist Thomas Reintjes nicht überzeugend.

Das Unternehmen Facebook hat mit dem Brillenproduzenten Ray-Ban zusammen eigene Smart Glasses entwickelt. Auch die Firma Xiaomi will mit einem eigenen Modell den Markt erobern, das allerdings bisher noch nicht erhältlich ist.

Die Facebook-Datenbrillen sind allerdings nicht gerade günstig, sagt Technikjournalist Thomas Reintjes, der in den USA lebt. Dort kann man die Smart Glasses für rund 300 Dollar bereits kaufen. In Europa gibt es die intelligenten Brillen bisher nur in wenigen Ländern – Italien und Irland zählen dazu. Hier kosten sie rund 329 Euro, sagt Thomas Reintjes.

Smart Glasses haben noch zu wenige Funktionen

Unser Reporter Thomas Reintjes, der ein Fan von technischen Innovationen und neuen Gadgets ist, ist bisher nicht vom Können der Datenbrillen überzeugt. Die Hauptfunktionen der Brillen ist es, Fotos zu machen und maximal 30-sekündige Videos zu filmen. Die Videos und Fotos kann man über eine spezielle App auf das Smartphone übertragen und dort speichern.

"Ein stolzer Preis dafür, dass sie eigentlich ziemlich wenig kann."
Thomas Reintjes, Technikjournalist

Prinzipiell kann man mit den Smart Glasses auch telefonieren und Musik hören. Unpraktisch daran findet Thomas Reintjes allerdings, dass das über Lautsprecher im Brillengestell läuft. Zum einen bieten sie dadurch nur eine schlechte Sound-Qualität und zum anderen ist so ein Telefonat vergleichbar mit einem Gespräch über die Freisprecheinrichtung - alle Umstehenden können dann mithören.

Unser Reporter findet das unangenehm, wenn er eigentlich ein privates Gespräch führen möchte, und befürchtet zudem eine Lärmbelästigung für Umstehende.

"Ich würde total gerne sagen, dass ich bei der Recherche gemerkt habe, dass das ein ganz tolles Gadget ist. Aber ich muss passen und spare mir lieber diese 300 Dollar."
Thomas Reintjes, Technikjournalist

Das Gute an den Smart Glasses aber sei, dass sie inzwischen aussehen wie eine normale Brille und nicht wie eine Requisite aus einem Science-Fiction-Film. Die smarten Brillen gibt es zudem auch als Sonnenbrillen oder zu einem entsprechend erhöhten Preis auch mit Sichtstärken.

Für unseren Reporter Thomas Reintjes ist die Facebook-Brille nur eine Art Kamerabrille. Um sich wirklich Smart Glasses nennen zu dürfen, bräuchte sie mehr Funktionen, findet er. Beispielsweise, dass sie Informationen auf den Gläsern einblenden kann. Das geht bisher allerdings nicht. Diese Funktion war aus seiner Sicht das besondere an dem früheren Modell von Google Glass, dass sie ein Mini-Display vor dem Auge platziert hatte.

Snapchat-Brillen sind nicht für den Alltag gedacht

Auch das Unternehmen Snapchat bietet Smart Glasses. Es gibt auch ein Modell mit einem Display vor dem Auge. Allerdings sei das nicht für den Alltag gedacht, sondern um spezielle Snapchat-Inhalte zu erstellen. Zudem sehe es auch aus wie ein Prototyp aus einem James-Bond-Labor und nicht wie eine normale Brille, sagt Thomas Reintjes.

Die Facebook-Brillen eignen sich bisher eher für spezielle Anwender und Anwenderinnen, sagt der Technikjournalist. Beispielsweise für Youtuber, die ein Video aus der Ich-Perspektive filmen und dabei freihändig arbeiten wollen, beispielsweise um zu zeigen, wie sie einen Teig kneten oder etwas anderes mit den Händen tun.