Apps auf dem Smartphone wie Spotify, die Fotogalerie und einige liefern uns ungefragt Jahresrückblicke. Diese Rückblicke verdeutlichen, dass ganz schön viele Daten über uns gesammelt und gespeichert werden.

"Mein beklopptester Jahresrückblick kommt von einem E-Scooter-Anbieter. Drin steht, wie viel ich 2022 gefahren bin – natürlich auch, wie schnell ich wohin gefahren bin."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

In der Zusammenfassung der E-Scooter-App erfährt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt auch, dass er oft dienstags mit den Rollern des Anbieters fuhr.

Nutzungsdaten haben hohen Wert für Werbetreibende

Dass uns Apps mittlerweile mit Push-Meldungen zuballern, sind wir ja eigentlich gewohnt. Aber am Ende des Jahres landet so manche Nachricht im Postfach, mit der vermutlich die wenigsten rechnen.

Christian berichtet, dass eine Kollegin eine Push-Meldung ihrer Einkaufslisten-App erhielt. Dort war aufgeführt, was sie 2022 am häufigsten kaufte. So skurril diese Beispiele klingen mögen – sie zeigen auch, wie viele Daten unsere Apps inzwischen sammeln. Und diese Nutzungsdaten haben einen hohen Wert für Werbetreibende, so Christian.

"Auch für Supermärkte und alle möglichen Anbieter von Dienstleistungen sind Nutzungs- und Bewegungsdaten Gold wert, weil sie damit sehr gut auswerten können, wer wir sind."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Und aus diesen Daten lassen sich Rückschlüsse ziehen: Wie wir uns bewegen, was wir essen und welche Vorlieben wir haben. Zum Teil geht es auch um sehr intime Daten.

Die Dating-App "Grinder" wertet zum Beispiel genau aus, wie Nutzende drauf sind. Laut den Analysen wird "Grinder" am häufigsten ab 21 Uhr genutzt. Insgesamt wird der Augen- sowie der Auberginen-Emoji am meisten in Chats verwendet. Außerdem erfuhren Nutzende der App, in welchen Ländern die Männer gern oben beim Sex liegen – und in welchen sie lieber unten liegen.

  • Moderation:  Till Haase
  • Gesprächspartner:  Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter