Ein neuer Standard steht vor der Tür: USB 4.0, Version 2. Erste gute Nachricht: Er soll die Übertragungsleistung verdoppeln. Und die zweite: Der USB-C-Stecker bleibt, wir brauchen also nicht schon wieder ein neues Kabel.

Der europäische Traum von der einheitlichen Ladebuchse für Smartphones, Kameras und Notebooks wird 2024 Realität. Dann müssen kleine Elektronikgeräte in Europa alle mit einem USB-Stecker zum Laden ausgerüstet sein. Bei der Suche nach dem richtigen USB-Kabel kann man allerdings verzweifeln: Vier oder fünf verschiedene Stecker liegen da schon Mal in der Schublade.

"Der USB-C-Stecker ist so konstruiert, dass man ihn relativ leicht verbessern kann."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Obwohl der USB-Standard überarbeitet wird, bleibt die Steckerform gleich. Bei vielen technischen Geräten und Smartphones sowieso hat sich der USB-C-Stecker durchgesetzt. Er wird uns noch viele Jahre begleiten, glaubt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. Weil er nämlich so konstruiert ist, dass man ihn relativ leicht verbessern kann.

Verdopplung der Übertragungsleistung

Und genau das passiert: Mit dem neuen Standard USB 4.0, Version 2, kann das USB-Konsortium die Übertragungsleistung des Systems verdoppeln – auf bis zu 80 GBit/Sekunde. Eine Blu-Ray ist damit in gut fünf Sekunden kopiert. Mit den alten Steckern und USB-Standards hätte das fast einen ganzen Tag lang gedauert.

"Eine Blu-Ray ist mit USB 4.0, Version 2 in gut fünf Sekunden kopiert."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Bis es soweit ist mit den 80 Gbit/s und die ersten Geräte mit dieser Schnittstelle auf den Markt kommen, wird es aber noch einige Monate dauern. Bisher hat man sich zunächst auf die technischen Spezifikationen geeinigt.

Für volle Leistung sind neue Geräte nötig

Die neue Höchstgeschwindigkeit bei der USB-Datenübertragung kann nur mit neuen Geräten genutzt werden. Aber: Der neue Standard erhöht die Übertragungsgeschwindigkeit etwas auch mit älteren Geräten. Zum Beispiel: Wird eine neue USB-4.0-Festplatte an einen Laptop mit altem USB-Standard angeschlossen, ist auch in diesem Fall die Übertragungsgeschwindigkeit etwas höher.

Noch nicht sehr verbreitet

Die Verbreitung von USB 4.0 ist aktuell noch sehr übersichtlich. Welcher USB-Standard verbaut ist, seht ihr einem neuen Gerät von außen nicht an. Da hilft nur, im Datenblatt nachzulesen.

Wer aktuell darüber nachdenkt, sich einen teuren Laptop mit Intel-Prozessor zu kaufen: Dort ist USB 4.0 meistens schon an Bord. Häufig heißt es dort "Thunderbolt 4.0", was nur ein anderer Name ist für USB. Bei Geräten mit Prozessoren der AMD-Konkurrenz gibt es den neuen USB-Standard seltener.

"Das kann schon mal fünf Jahre dauern, bis so ein neuer Standard in der breiten Masse angekommen ist."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter