Das Prinzip ist einfach: Deine Freunde kennen dich gut und sind möglicherweise objektiver, wenn es darum geht, einen Match zu finden.

Vermutlich würde niemand auf dem ersten Date erzählen, dass er sein ganzes Geld für Kardamom ausgibt oder sehr gut darin ist, Hühner zu imitieren.

Genauso steht es aber in den Dating-Profilen auf der App "Blind Mate". Das liegt daran, dass Menschen auf der Suche nach der großen Liebe ihre Profile hier nicht selbst erstellen, sondern das ihrem Freundeskreis überlassen.

"In meinem Profil steht, dass ich schon mal ohne Hose aus dem Haus gegangen bin. Das würde ich definitiv nie in mein Dating Profil schreiben."
Afra datet auf der App "Blind Mate"

Die besten Freunde und Freundinnen laden die App auch herunter und fangen damit an, das Profil auf der App auszufüllen. Das kann schon auch etwas pikant werden, wenn der Freundeskreis die peinlichsten Storys auspackt, wie es bei Afra der Fall war.

Eine ihrer Freundinnen hatte geschrieben, dass sie einmal ohne Hose aus dem Haus gegangen ist. Eine Geschichte, die sie eigentlich nicht als Erstes mit einer neuen Bekanntschaft teilen möchte.

"Meine Freunde halten mich für unsportlicher als ich eigentlich bin. Das fand ich sehr aufmerksamkeitserregend. Ich hab mir dann gedacht, warum eigentlich, was ist los?"
Carmen datet auf der App "Blind Mate"

Dabei kann es auch vorkommen, dass der eigene Freundeskreis den Datenden falsch einschätzt. Diese Erfahrung hat Carmen gemacht, die auch auf "Blind Mate" datet. Ihre Freund*innen schätzen sie als viel unsportlicher ein als sie nach eigener Einschätzung ist.

Dating-App: Nur das Foto sucht der Kontaktsuchende selbst aus

Das Foto sucht die- oder derjenige, der auf der Suche nach Partner oder Partnerin ist, selbst aus.

Den Rest des Profils erstellen die Freund*innen. Sie beantworten eine bunte Mischung aus tiefgründigen und witzigen Fragen. Das Ziel sei ein radikal ehrliches Datingprofil, sagt Laurenz Reichl, der einer der Gründer der Dating-App ist.

Freund*innen swipen für einander

Wenn der Freundeskreis zweier Personen der Meinung ist, dass die beiden zusammenpassen, gibt es ein Match. Dann startet die App einen sogenannten Blind-Chat. Das bedeutet, dass die beiden mit dem potenziellen Date schreiben dürfen, aber zunächst nur den Nickname und das Alter ihres Gegenübers erfahren.

Ice-Breaker, damit das Gespräch nicht ins Stocken gerät

Um miteinander in Kontakt kommen zu können, müssen die beiden in der App auf den Ice-Breaker-Button drücken. Dadurch deckt die Dating-App eine Info auf, die beide Kontaktsuchende beantwortet haben. Beispielsweise die Antwort auf die Frage: "Was bringt dich auf die Palme".

Diese Informationen können dann helfen, dass das Gespräch nicht ins Stocken gerät. So kann der Kontaktsuchende nach und nach, mehr über sich preisgeben.

Bisher ist die App kostenlos und werbefrei und finanziert sich über Spenden. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben, versichern die Macher.

Das Team entwickelt zurzeit ein kostenpflichtiges Premium-Feature mit weiteren Spezialfragen. Dadurch soll der Freundeskreis die Möglichkeit haben, noch mehr kuriose Fakten über den Menschen erfahren, mit dem sie euch verkuppeln wollen.