Auf Datingapps wie Tinder zeigen sich Menschen oft sehr freizügig. Zu freizügig und liberal für viele Muslime. Aber auch sie wollen einen Partner finden. Mit Muzmatch gibt es jetzt eine App, die Rücksicht auf ihre Bedürfnisse nimmt und die immer beliebter wird.

"Halal, free, and fun" – so lautet das Motto für die Datingapp Muzmatch, die sich ausschließlich an Muslime richtet. Vor drei Jahren hat sie der Londoner Investmentbanker Shahzad Younas gegründet. Er sagt, dass Muslime im Allgemeinen nicht wirklich daten, sie versuchen nur zu heiraten. Auf Apps wie Tinder und Co. sei es aber oft sehr schwer einen anderen Muslim zu finden.

Lebensführung steht im Vordergrund

Auf Muzmatch werden natürlich ganz andere Fragen gestellt, als wir sie von Tinder und Co. gewohnt sind: Wie oft wird gebetet? Wird Alkohol getrunken? Wie schnell möchte man heiraten und welcher Verhüllungsschleier wird genutzt? Außerdem können User hier potenzielle Partner nach Glaubensrichtung und regionaler Herkunft filtern. Schiiten können sich nur Schiiten anzeigen lassen und pakistanische Sunniten gezielt nach irakischen Sunniten suchen.

Wörter wie Sex werden zensiert. Der Nutzer kann auch einstellen, wie lange er sein Profilbild versteckt halten möchte.

"Es gibt die Möglichkeit, dass Dritte die Unterhaltung überwachen. Das ist sogar vorgesehen. Für Nicht-Muslime wäre das sicherlich sehr gewöhnungsbedürftig,"
Andreas Noll, DRadio Wissen

Gemäß der islamischen Tradition sollte immer noch jemand involviert sein, wenn ein Mädchen mit einem Mann redet und sie einen potenziellen Partner treffen, so der Gründer der App. Das kann ein Bruder sein, oder wer auch immer.

Es gibt Alternativen zu Muzmatch

Minder, Muslimlife oder Islamic Marriage sind Apps, die um die gleiche Zielgruppe buhlen. Ihre Funktionen sind vergleichbar. Bei Minder gibt es zum Beispiel ein Religionsbarometer, das anzeigt wie religiös die User sind. Auch die Überwachung des Chats durch Dritte ist ebenfalls vorgesehen. Und dann gibt es noch Diaspora:

"Ein bisschen aus dem Rahmen fällt die App Diaspora. Hier können muslimische Männer, die schon verheiratet sind, nach Zweitfrauen suchen."
Andreas Noll, DRadio Wissen