War die DDR ein Unrechtsstaat? Wer dazu nicht blitzschnell "Ja!" sagt, muss ja wohl Dreck am Stecken haben… Mit der Folge, dass wir uns auch zweieinhalb Jahrzehnte nach dem Mauerfall immer noch mit Glaubensbekenntnissen aufhalten. Inga Markovits versucht einen anderen Blick auf die "ganz normale DDR", auf die ganz normale Rechtsprechung an DDR-Gerichten.

Inga Markovits ist schon als Jura-Studentin an der Freien Universität in Westberlin, lange vor der Wende, oft in die DDR gefahren, hat sich Gerichtssäle gesetzt und mit Menschen gesprochen. Mittlerweile ist sie US-Bürgerin, lebt in Texas, forscht immer wieder in Deutschland - und über den Atlantik hinweg gelingt ihr eine ebenso lebendige wie differenzierte Betrachtung des Justizalltags in einem verschwundenen deutschen Staat.

Gute Erzählerin

Glücklicherweise ist Inga Markovits nicht nur Juristin, sondern auch eine sehr gute Erzählerin. Andernfalls hätten wir vielleicht nie von der Mutter erfahren, die ihr Kind verraten musste, um es zu schützen.

Ihren Vortrag: "Wie ist es eigentlich gewesen? Schwierigkeiten im Umgang mit der Rechtsgeschichte der DDR" hat Inga Markovits am 30. Mai 2012 als Fellow der American Academy am Einstein Forum in Potsdam gehalten.

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