"Und wie findest du das Wetter heute?" Solchen Smalltalk, der ziemlich langweilig oder auch nervig sein kann, kennen wir alle. Tiefe Gespräche zu führen ist aber auch nicht immer einfach. Wie wir das lernen können – darum geht’s in dieser Ab 21.

Laura sehnt sich nach mehr Deeptalk: "Wenn man sich über tiefergreifende Themen unterhält und was von den Personen lernt, finde ich das immer wahnsinnig inspirierend." Sie glaubt aber auch, dass tiefgründige Gespräche ohne vorherigen Smalltalk nicht möglich sind.

"Ich kann daraus so viel mehr ziehen als nur von irgendwelchem Smalltalk."
Laura über Deeptalk

Rebecca und Rico bemühen sich in ihrer Beziehung immer um Deeptalk – egal ob morgens beim Aufstehen, am Ende des Tages, oder im Auto. Das tun die beiden, seitdem sie zwei Jahre eine Fernbeziehung geführt haben und während der Zeit sehr auf Gespräche angewiesen waren. Inzwischen glaubt das Paar, dass Tiefgründigkeit zu den Faktoren gehört, die eine Partnerschaft lebendig machen.

Vom Smalltalk in den Deeptalk überleiten

Ein tiefgründiges Gespräch hängt nicht nur vom Thema ab, sondern vor allem vom Zuhören, sagt die Kommunikationscoachin Anne Güntzel. Würden wir einander mehr Raum lassen, indem wir länger zuhören, statt direkt einen Ratschlag oder eine selbstfokussierte Antwort zu geben, könne eine tiefe Verbindung zwischen den Personen viel schneller entstehen. Das nennt Anne Güntzel "aktives Zuhören" und gibt im Podcast Tipps, wie das besser gelingen kann.

Fakten über Smalltalk und Deeptalk

  • Macht Deeptalk glücklicher? Ja, behaupten zumindest amerikanische Forschende. In einem psychologischen Experiment wurden 79 Studierende mehrere Tage lang mit einem Aufnahmegerät ausgestattet, das regelmäßig Gesprächsschnipsel aufnahm. Bei deren Analyse stellten die Forschenden fest: Diejenigen, die bei einer psychologischen Auswertung als glücklich eingestuft wurden, führten mehr tiefgründige Gespräche. Daraus schlossen die Forschenden, dass Deeptalk zu mehr Freude im Leben führt und Smalltalk unglücklich macht.
  • Acht Jahre später machten die Forschenden das Experiment nochmal, diesmal mit mehr Probandinnen und Probanden. Das Folge-Experiment relativierte das Ergebnis der ersten Studie: Zwar bestätigen die Forschenden, dass tiefgründige Gespräche Leute glücklicher machen. Doch Smalltalk macht Menschen nicht zwangsläufig unglücklicher bzw. hat keinen nachweisbaren Zusammenhang zu Glück.
  • Forschende an der Harvard-Universität haben untersucht, was gute Gespräche ausmacht. Deren Erkenntnis: Auf keinen Fall das Gespräch mit "Wie geht’s?" anfangen. Stattdessen lieber Nachfragen stellen, mit einer kleinen nachvollziehbaren Neuigkeit anfangen und mit Mimik und Gestik Aufmerksamkeit zeigen.
  • Dass die Beziehung der Deutschen zu Smalltalk nicht unbedingt einfach ist, liegt vielleicht auch daran, was Menschen in Deutschland von einem Gespräch grundsätzlich erwarten. Eine Umfrage zeigt, dass 74 Prozent von einem guten Gespräch erwarten, Neuigkeiten zu erfahren. Nur 60 Prozent gaben Spaß an.

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  • Moderatorin:  Shalin Rogall
  • Gesprächspartnerin:  Laura, mag Deeptalk mit neuen Bekannten
  • Gesprächspartnerin und -partner:  Rebecca und Rico, ist Deeptalk in der Beziehung wichtig
  • Gesprächspartnerin:  Anne Güntzel, Kommunikationscoachin