Eine deutsche Frau bekommt im Schnitt 1,4 Kinder. Eine gute Quote, denn so geht das Bevölkerungswachstum weltweit zurück - sagt Dr. Reiner Klingholz, Molekularbiologe und Leiter des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.

Ideal für die westlichen Industrienationen wäre eine Quote von 1,85 Kindern pro Mutter. In Dänemark beispielsweise ist das schon jetzt der Fall. Aber auch in anderen Ländern der Erde sinkt die Kinderzahl mittlerweile exorbitant. In insgesamt 80 Staaten, so Reiner Klingholz, betrage die Quote nur noch 2,1 Kinder oder weniger. Und selbst in armen Nationen wie in der Zentralafrikanischen Republik, in Niger oder Mali seien gute Ansätze zu erkennen.

"Konkurrenz der Genüsse"

Je mehr Wohlstand, Bildung und Gleichberechtigung sich in einem Staat entwickelten, desto weniger Kinder würden geboren. Stattdessen setzen sich die Menschen zunehmend mit Phänomenen wie der "Konkurrenz der Genüsse" auseinander. Gemeint sind Entscheidungen zwischen Lebensstandard und Nachwuchs, konkret: Kind oder Kreuzfahrt?

"Also, wenn Geld da ist, überlegt man sich: Fernseher, Urlaubsreise oder noch ein zusätzliches Kind."

Klingholz schlussfolgert, dass man sich keine Sorgen mehr um die Entwicklung der Weltbevölkerung machen müsse, weil in Zukunft immer weniger Kinder geboren würden. Das Thema seines Vortrags lautet: "Die Zukunft der Weltbevölkerung - kurzfristig problematisch, langfristig Entspannung."

Gehalten hat er seinen Vortrag auf der Berliner Sommeruni "Mensch und Umwelt", einer gemeinsamen Veranstaltung der Berliner Akademie und der Freien Universität vom 25. bis 31. August 2014.

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