Nach ihrem ersten Tag bei DRadio Wissen - abwechselnd moderiert Diane mit Till "Hielscher oder Haase" -, fragt sie sich, in welche Fettnäpfchen sie bereits getreten ist und was sie alles falsch gemacht hat: overdressed sein, schlaue Tipps verteilen, Kollegen nerven. Tipps für einen guten Start holt sie sich deshalb vom Karriereberater Jürgen Hesse.

Hundert Tage Schonzeit habt ihr, wenn ihr neu im Job seid. Das sagt Jürgen Hesse, Diplom-Psychologe und Karriereberater von HesseSchrader. "Es kommt wirklich darauf an, gerade in den ersten Tagen und Wochen eine gute Figur zu machen."

"Der Anfang ist gekennzeichnet durch eine Orientierungsphase. Man will Sie beschnuppern, aber man will auch noch von Ihnen in Ruhe gelassen werden."

In den ersten Tagen sind jede Menge Fehler vorstellbar, sagt Hesse. Ihr könnt die falschen Klamotten tragen - overdressed oder auch underdressed sein. "Damit stellt man schon enorme Weichen." Was ihr auch nicht tun solltet: Stellt nicht direkt lauter neue Konzepte vor, wie man die Arbeit besser machen könnte. "Besser auf die zweite Woche verschieben", sagt Hesse.

"Wichtig ist, dass Sie bescheiden und demütig auftreten. Dass Sie bereit sind, sich unterzuordnen. Sie sind jetzt quasi das jüngste Geschwisterkind. Die anderen sind alle älter und erfahrener. Vor allem sind die stärker."

Zunächst geht es darum, sich kennen zu lernen und sich im neuen Team zu orientieren. Danach kommt die Anpassung und im dritten Schritt die Erprobung im Job. "Das kann alles schon einmal im Miniformat am ersten Tag ablaufen", sagt Hesse.

Wichtig ist es, sich zunächst bescheiden zu geben. Ihr habt zwar das Auswahlverfahren geschafft und seid als Sieger hervorgegangen. Dennoch ist es wichtig, sich zunächst unterzuordnen, sagt Hesse.

Entscheidend ist, die Hierarchien zu verstehen. Wer hat das Sagen? Wer sind die eigentlichen Meinungsführer? Und natürlich ist es auch gut, mit zum gemeinsamen Mittagessen zu gehen. Aber eher passiv anbieten, rät Hesse. Also nicht um zwölf Uhr brüllen: Wer kommt mit zum Essen?