Essen vom Holzkohlegrill ist beliebt. Neben einem Restaurant mit so einem Grill, möchten viele Menschen aber nicht wohnen. Denn: Der Rauch bleibt in engen Großstadt-Straßen hängen.

Er ist oft schon meterweit entfernt zu riechen. Der markante Geruch seiner Röstaromen legt sich wie ein Nebelschleier über die Straßen: der Holzkohlegrill. Beim Essen sorgt er für einen besonderen Geschmack und eben auch für einen besonderen Geruch in der Nachbarschaft. Ein Konflikt, der immer wieder die Umweltämter vieler deutscher Städte beschäftigt.

Zwar gibt es gesetzliche Vorschriften für das Verwenden eines Holzkohlegrills in der Gastronomie, die seien in dicht bebauten Großstädten oft nicht ausreichend, sagt Katrin Wieland vom Kölner Umweltamt mit dem Schwerpunkt Immissionsschutz.

Die Abluft zum Beispiel muss über das Dach abgeleitet werden. Der Schornstein der Entlüftungsanlage darf aber nicht höher sein, als das Zweifache der gesamten Gebäudehöhe. Dadurch bleibt der Rauch häufig zwischen den Häusern hängen.

Die Kombination aus engen Straßen und zu niedrigem Schornstein

Denn: In vielen Großstädten sind die Straßen eng und Wohnhäuser sind oft mehrere Etagen hoch. Ist das Lokal mit dem Holzkohlegrill allerdings niedrig gebaut, ragt der Schornstein oft nicht über die Dächer der angrenzenden Häuser – der Rauch kann nicht gut abziehen. Dafür bräuchte es einen höher gesetzten Schornstein und dessen Höhe ist wiederum an die Gebäudehöhe des Lokals gekoppelt.

Halten sich die Betreiberinnen und Betreiber an die gesetzlichen Vorschriften, kann das Umweltamt den Holzkohlegrill nicht verbieten. Eine Filteranlage für den Rauch müssen die Gastronomen zum Beispiel nicht einbauen, beziehungsweise verlangt das Gesetz das bisher nicht.

"Die Betreiber halten die Vorgaben in der Regel ein. Dann ist das Umweltamt auf den guten Willen der Gastronomen angewiesen."
Katrin Wieland vom Kölner Umwelt- und Verbraucherschutzamt mit dem Schwerpunkt Immissionsschutz.

Die Umweltämter haben hier nur die Möglichkeit, auf die Freiwilligkeit der Besitzer zu setzen, sagt Katrin Wieland. Obwohl Filteranlagen vergleichsweise teuer sind, würden sich viele der Betreiberinnen um einen Einbau kümmern, erklärt sie weiter. Denn: Die angrenzenden Anwohner sind gleichzeitig auch potenzielle Kunden – mit ihnen wollen sie es sich nicht vermiesen.

Vorgaben sollen angepasst werden

Die Wünsche der Betreiber, Kunden und Anwohner unter einen Hut zu bringen, sei nicht immer einfach, sagt sie. Die Stadt Köln und andere Kommunen arbeiten daher gerade daran, die rechtlichen Grundlagen an die neue Technik anzupassen und so beispielsweise Filteranlagen, in die Vorgaben einzubinden.