Er kann den Urlaub retten oder die Tür zum Club öffnen. Der QR-Code feiert ein Comeback. Erfunden wurde er in Japan - für andere Zwecke. Aber die schwarzen und weißen Quadrate sind vielseitig nutzbar. Sogar um Gaffer abzuschrecken.

QR-Codes verbinden die reale mit der digitalen Welt. "Und das ist eigentlich ziemlich genial", sagt unser Reporter Sebastian Sonntag.

Seit der Coronapandemie wird der Code massiv genutzt, um zum Beispiel ein negatives Testergebnis oder eine vollständige Impfung nachzuweisen. Neu ist der Code nicht. "Flug- oder Bahntickets haben zum Beispiel seit einer Weile QR-Codes", sagt Sebastian. Auch auf Konzerttickets werden teils schon länger QR-Code genutzt. Doch erst jetzt gewinnen die schwarzen und weißen Quadrate deutlich an Bedeutung.
"QR-Codes verbinden die reale Welt mit der digitalen Welt. Das ist eine ziemlich geniale Sache."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova-Reporter

Vor 2019 haben bei einer Umfrage in Deutschland nur neun Prozent der Befragten angegeben, jemals einen QR-Code gescannt zu haben. Bei einer Umfrage im September 2020 sagten 72 Prozent, im vergangenen Monat einen QR-Code genutzt zu haben.

Die Geschichte des QR-Codes

In anderen Ländern spielt der Code schon viel länger eine größere Rolle. In China zum Beispiel und dort vor allem beim mobilen Bezahlen. An der Kasse wird ein QR-Code generiert. Der wird gescannt und damit die Zahlung autorisiert. Seit Mitte 2020 ist dieses Verfahren auch in Deutschland möglich über Paypal.

1994 erblickte der QR-Code zum ersten Mal das Licht eines Scanners. Die Erfinder sind zwei Japaner: Einer der beiden, Masahiro Hara, erklärt auf dem Youtube-Kanal des Europäischen Patentamts die Entdeckung. Sie entwickelten den Code für ein Tochterunternehmen des japanischen Autobauers Toyota für Toyota; er sollte bei der internen Logistik helfen.

Ein Barcode reichte nicht mehr

Die Speicherkapazität von Barcodes reichte nicht mehr aus. Es brauchte eine neue Generation an Codes: Der eindimensionale Barcode ist quasi die Vorstufe zum QR-Code. "Der Barcode sind die Striche, die bis heute auf vielen Lebensmittelverpackungen drauf sind", sagt Sebastian. Mit einem einfachen Barcode lassen sich 20 Zeichen - also Buchstaben oder Zahlen - speichern. Ein QR-Code macht die Codierung von viel mehr Zeichen möglich. Auch japanische Schriftzeichen lassen sich damit speichern.

Die konkrete Idee für das Aussehen des QR-Codes hatte der Erfinder bei einem Spaziergang. An einem Gebäude sah er ein geometrisches Muster, das ihn inspirierte. Doch es folgten noch ein paar Monate Arbeit, um das perfekte 2D-Muster zu entwickeln, das sich schnell von Scannern lesen lässt und mit nichts anderem auf Verpackungen verwechselt werden kann.

"Toyota hat das Patent auf den QR-Code angemeldet, aber nie angewandt. Deshalb darf jede und jeder QR-Codes nutzen."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova-Reporter

Das Unternehmen Toyota meldete den QR-Code zwar als Patent an. Aber da es nie zur Anwendung kam, dürfen wir alle QR-Codes nutzen. 2020 wurde der Code dann auch als ISO-Standard anerkannt.

In Zeiten von Corona erlebt der QR-Code einen Boom. Er wird aber auch in der Kunst kreativ benutzt. Und in vielen anderen Situationen. Die Johanniter zum Beispiel haben einen QR-Code auf ihre Rettungswagen einsetzen lassen. Wenn bei einem Unfall Gaffer oder Gafferinnen das Handy zücken und beim Filmen der QR-Code ins Blickfeld der Kamera gerät, öffnet sich automatisch eine Webseite auf der steht: "Gaffen tötet!"