Der schwarze Schauspieler Tyron Ricketts wird regelmäßig für stereotype Filmrollen gecastet. Vom Amerikaner mit Slang bis zum Hotelbesitzer auf Mauritius: Diversität geht laut Tyron anders.

Tyron Ricketts ist ein schwarzer Schauspieler. Wie viele schwarze Menschen fühlt sich auch Tyron nach dem Tod von George Floyd erschöpft. Gleichzeitig spürt er derzeit Wille und Energie, um etwas zu bewegen. Im Gespräch spricht er über das aktuelle Momentum.

"Es fühlt sich gerade so an, als ob man im Moment etwas verändern könnte."
Tyron Ricketts, Schauspieler

Dass der Tod von George Floyd überall auf der Welt für Aufruhr sorgt, führt Tyron mitunter auf die Auswirkung der Pandemie zurück. Weil wir gerade alle zu Hause sitzen, bleibe uns mehr Zeit, um über die wirklich wichtigen Dinge in der Welt nachzudenken – so auch über Rassismus.

"Wenn während so einer Situation ein offensichtliches Verbrechen passiert und ein Brandstifter wie Donald Trump auch noch der Präsident von dem Land ist, dann kommen viele Dinge zusammen, die sich entladen."
Tyron Ricketts, Schauspieler

Dabei ist Rassismus kein alleiniges Problem von Trump oder den USA. Rassimus existiert auch in Deutschland und auf dem Rest der Welt, mahnt Tyron.

"Die Grundproblematik ist da, seit Europa ausgezogen ist, um sich die Welt untertan zu machen."
Tyron Ricketts, Schauspieler

Der schwarze Mensch als Untertan der Weißen – das rassistische Konzept existiere in unserer Welt schon seit hunderten Jahren. Doch die Urerzählung aus Kolonialzeiten kann laut Tyron dank Social Media nicht mehr aufrecht erhalten werden.

"Jetzt bekommen auch Menschen eine Stimme, die sonst keine haben."
Tyron Ricketts, Schauspieler

Rassismus in der Filmbranche

Tyron kritisiert zudem den latenten Rassismus in der Filmbranche. Auch wenn manche Rollen klischeehafter seien als andere – meistens spiele er am Ende doch den Amerikaner, Geflohenen oder einen anderen Menschen mit Migrationshintergrund. Wenn seine Rollen dann doch Teil der Gesellschaft sind, würden sie meistens problematisiert. Dadurch setze sich in uns Zuschauern schnell das Bild der kriminellen oder schwierigen Ausländer fest. "Wir werden zu achtzig Prozent außerhalb der deutschen Gesellschaft verortet."

"Wir werden zu achtzig außerhalb der deutschen Gesellschaft verortet."
Tyron Ricketts, Schauspieler

Um Klischeebildern entgegenzuwirken, hat Tyron eine eigene Produktionsfirma gegründet. Die soll People of Color und Schwarze sichtbarer machen und als Helden und Alltagsmenschen, nicht als Bösewichte zeigen.

"Auch ein Mensch, der eine dunklere Hautfarbe hat, kann ein ganz normaler Deutscher sein"
Tyron Ricketts, Schauspieler