Die Netzbetreiber sind hauptsächlich für die schlechte WLAN-Verbindung in Zügen verantwortlich, argumentiert die Deutsche Bahn. Ab 2026 soll sich das ändern und das WLAN stabiler laufen - eine Durststrecke für Bahnfahrende.

Viele von uns schimpfen oft auf die Deutsche Bahn (DB). Nicht nur wegen der Verspätungen, sondern auch, weil das WLAN-Netzwerk in den Zügen nicht zuverlässig läuft. Manch einer oder eine von uns möchte die Zeit im Zug nutzen, um zu arbeiten. Andere möchten etwas im Netz nachsehen oder Musik oder Filme streamen, aber oft schwächelt das WLAN und Daten können nicht problemlos auf unseren Endgeräten geladen werden.

DB sieht Problem bei den Netzbetreibern

Die Ursache des Problems sieht Daniela Gerd tom Markotten bei den Netzbetreibern. Die Managerin ist bei der DB für Digitalisierung und Technik zuständig.

Unterbrechungsfreies WLAN in Zügen komme ab 2026, so eine Ankündigung der DB, also in rund vier Jahren. Für Bahnfahrende, die regelmäßig Zugfahren und beispielsweise für die Arbeit auf eine stabile WLAN-Verbindung angewiesen sind, klingt das nach einer sehr langen Zeit, die sie noch überbrücken müssen.

"Die desolate Situation auf einigen Strecken hängt entscheidend mit dem Netzausbau zusammen."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Der mangelnde Netzausbau in Deutschland ist tatsächlich schuld am schlechten DB-WLAN, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll. Denn die Mobilfunkmasten stehen vor allem da, wo viele Menschen wohnen und dort verlaufen selten Bahnschienen. Aber nicht nur fehlende Funkmasten sind das Problem, sondern beispielsweise auch fehlende Repeater (Signalverstärker oder -aufbereiter) in Tunneln.

Zugtechnik ist nicht schuld

An der verbauten Technik in den Zügen liegt es selten, sagt Andreas und beruft sich dabei auf die Recherche von t3n von vor drei Jahren. Auch wenn zum Beispiel die Bandbreite im Netzwerk im Waggon sinke, liege das nicht an den Bordsystemen, die das Signal im Zug verteilen, sondern an dem von außen ankommenden Signal, das heißt an der Netzabdeckung.

Etwas Hoffnung bleibt, dass das WLAN-Netz in Zügen nicht für weitere vier Jahre so schlecht funktioniert wie bisher: Bis dahin soll es nämlich bereits schrittweise verbessert werden.

Neue Frequenzbereiche für WLAN in Zügen

Einer dieser Zwischenschritte wird für den kommenden Jahreswechsel angekündigt. Denn zu diesem Zeitpunkt werden neue Frequenzbereiche freigegeben, die bisher aus technischen Gründen nicht genutzt werden konnten.

Dadurch erhält der Mobilfunk eine größere Reichweite, sodass der Empfang auch ohne zusätzlichen Masten ein wenig besser werden sollte.

"Man darf sich den Stichtag 2026 ja auch nicht als ein markantes Datum vorstellen. Sondern die Netzabdeckung wird bis dahin eben Schritt für Schritt verbessert."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Zumindest bei der Ausstattung des ICE könnte die DB jetzt schon selbst tätig werden, um das WLAN zu verbessern: Die Fensterscheiben der Züge sind mit einer unsichtbaren Metallschicht versehen, die die Sonnenstrahlung fernhalten und die Bahnfahrenden vor hohen und niedrigen Temperaturen schützen soll. Diese Scheiben halten zu einem Großtteil auch Mobilfunkwellen ab: Von 300 Megabit (Mbit), die den Zug erreichen, können dann unter Umständen nur 30 Mbit in das innere des Waggons vordringen.

Eine Lösung für diese Problem gibt es bereits: Werden die Scheiben mit kleinen Löcher in der Metallschicht versehen, können Funkwellen hindurch gelangen. Ab Ende des Jahres werden so präparierte Scheiben in ICE-Zügen verbaut. Dann sollen die ersten Züge mit diesen Fenstern in Betrieb genommen werden.