Zum dritten Mal in Folge hat die Deutsche Bank Verluste eingefahren. Dazu steht sie auch noch im Verdacht, in die Russlandaffäre um Donald Trump verwickelt zu sein. Und dann gibt es auch noch einen chinesischen Investor, von dem man nicht wirklich weiß, wer es ist.

Die Deutsche Bank ist nicht nur die größte Bank, sondern auch die wichtigste deutsche Privatbank, die weltweit tätig ist. Das war lange Zeit auch für die Bundesrepublik von Bedeutung, sagt Sina Fröhndrich aus unserer Wirtschaftsredaktion: "Weil wir ja auch jede Menge internationaler Unternehmen haben, die bei Krediten, bei einem Börsengang, bei Übernahmen auf die Deutsche Bank im Ausland zurückgreifen können." 

Allerdings hätte bei vielen Deals und Übernahmen von deutschen Konzernen im Ausland keine deutsche Bank mehr eine Rolle gespielt.

"Die Bank steht jetzt vor der Frage, schrumpfen, zerschlagen oder größer werden, um wieder mehr Bedeutung zu erlangen."
Sina Fröhndrich, Deutschlandfunk-Nova-Wirtschaftsredaktion

Seit Jahren sinkt der Aktienkurs der Bank. 2017 sollte eigentlich wieder mal Gewinn gemacht werden, aber dann kam Donald Trump. Seine Steuerreform wirke sich bei der Deutschen Bank kurzfristig negativ aus, so Sina Fröhndrich.

Deutsche Bank der Schlüssel in der Russlandaffäire?

Grundsätzlich laufe es bei der Deutschen Bank auch deshalb nicht so rund, weil sie sich Einiges habe zuschulden kommen lassen, so Sina Fröhndrich: "Es gab immer wieder hohe Strafen in den USA, zum Beispiel, weil sie bei den Zinsen manipuliert hatte. Da badet die Deutsche Bank immer noch Fehler aus der Vergangenheit aus."

"Es gibt einige, die glauben, dass die Deutsche Bank der Schlüssel ist, wenn es um die Frage geht, ob Russland in den Wahlkampf 2016 verwickelt war - und zwar zugunsten von Trump."
Sina Fröhndrich, Deutschlandfunk-Nova-Wirtschaftsredaktion

Auch die Russlandaffäre von US-Präsident Donald Trump bringe die Deutsche Bank in Bedrängnis – auch wenn es bisher nur Verdächtigungen seien. Die Bank habe Trump als langjährigen Kunden Kredite gewährt, als viele andere Banken sich von ihm schon abgewandt hatten. Unklar sei, wer für die Kredite gebürgt habe.

Dubioser chinesischer Investor

Einen großen Aktienanteil an der börsennotierten Deutschen Bank hält der chinesische Investor HNA. 

"Es ist nicht klar zu durchzublicken, wer eigentlich dahinter steckt. Es soll sich um einen privaten Investor handeln, mit guten Kontakten zur chinesischen Führung, man weiß es aber nicht."
Sina Fröhndrich, Deutschlandfunk-Nova-Wirtschaftsredaktion

Eingestiegen sei HNA, als die Aktien deutlich an Wert verloren hatten. Vermutlich sei die Bundesregierung sogar erst einmal froh gewesen über den Investor. Andernfalls wäre der Steuerzahler vielleicht doch noch irgendwann eingesprungen, so Sina Fröhndrich: "Aber jetzt hat man einen Investor an Bord, von dem man nicht viel weiß."