Alles beginnt damit, dass Marshall "Do" Applewhite in den 70ern mit seiner Homosexualität hadert. Er sieht sich als krank an, will seinen sündhaften Körper abstreifen - und taucht tief in eine wahnhafte Welt ab. Darin ist sein Körper nur ein Container für die Alien-Seelen, der göttliche Himmel ist der Weltraum. "Do" gründet die Heaven's-Gate-Sekte und gewinnt viele Anhänger. Dann kommt der tragische Tag, an dem die Seelen beschließen, "nach Hause zurückzukehren."

"Es sind verfeinerte Wesen. Sie brauchen keine Fangzähne oder Haare. Es gibt unter ihnen weder Männer noch Frauen. Ihre Kinder, wir, kommen ja aus dem menschlichen Reiche, wo unsere Seelen in Menschenkörpern gezüchtet werden und dann zu ihren Machern zurückkehren wollen!"
"Do" beschreibt seinen Jüngern, wie die Aliens aussehen
Hale Bopp
Im Jahr 1997 zieht der Komet Hale-Bopp gut sichtbar an der Sonne vorbei. Für Sektengründer Marshall Applewhite stand fest: Im Schweif des Kometen fliegt ein Ufo-Shuttle.

Bei seiner Recherche ist Einhundert-Autor Pascal Fischer aufgefallen, dass es in vielen Glaubenssystemen Menschen gibt, die das Diesseits und den Körper verachten - im Islam, im Hinduismus, dem Judentum und dem Christentum. Es gibt Selbstmordattentäter, Märtyrer, viele warten auf den Weltuntergang - ähnlich wie bei Heaven’s-Gate-Gründer "Do". Allerdings hat der seine Weltverleugnung ultra konsequent bis zum Ende durchgezogen, meint Pascal Fischer.