Die Grenzen in der EU sind offen. Damit sind beim Zoll viele Aufgaben weggefallen. Dank weltweitem Online-Shopping gibt es aber auch weiterhin genug zu tun. 

Heute (am 26. Januar) ist "Welt-Zolltag", was für alle Online-Shopper nicht unbedingt ein Grund zum Feiern ist. Wer schon mal Ware aus China bestellt hat, weiß: Die wird nicht unbedingt nach Hause geliefert, sondern erst mal vom Zoll einkassiert. Die Ware können wir dort abholen, nachdem wir die nötigen Zollgebühren bezahlt haben.

Beispiel für vom Zoll erhobene Aufschläge:

  • Bekleidung aus Textilien: 12%
  • Bekleidung aus Leder: 4%
  • E-Book-Reader: 3,7%
  • Fahrräder aus China: über 60%

Auf Notebooks und Tablets erhebt der Zoll fast keine Gebühren. Diese Geräte werden in Deutschland sowieso nicht mehr gebaut - und so sind auch keine Arbeitsplätze gefährdet. Damit ist auch klar, was die Aufgabe des Zolls ist: Die deutsche Wirtschaft vor billiger Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen.

Der Zoll kümmert sich um die Energie-, Tabak-, Strom- und Kraftfahrzeugsteuer

Eine weitere Aufgabe des Zolls ist, den Staat vor Steuerverlusten zu schützen. So kontrolliert der Zoll zum Beispiel auf Baustellen, ob dort Schwarzarbeiter beschäftigt werden. Denn damit würde der Staat um Steuern und Sozialabgaben betrogen werden.

Der Zoll gehört übrigens zum Bundesministerium für Finanzen und ist für die "korrekte Erhebung bestimmter Steuern zuständig". Das sind zum Beispiel die Energie-, Tabak-, Strom-, Kraftfahrzeug und Einfuhrumsatzsteuer.

Wichtiges Organ im Staat

Allein 2016 war der Zoll für das Einkassieren von 132 Milliarden Euro zuständig. Es gibt also trotz offener EU-Grenzen nicht nur genug zu tun beim Zoll, er ist auch ein wichtiges Organ im deutschen Staat.

Übrigens sind die Zollämter seit etwa vier Jahren auch dafür zuständig, den Bescheid für die KfZ-Steuer rauszuschicken. Der kam vorher vom Finanzamt.