Rapper Dexter ist zu Gast bei Jenni Gärtner und erzählt über seine Entscheidung, den Job zu schmeißen und nur noch Musik zu machen – mitten in der Pandemie.

Das Timing war schlecht, das gibt Dexter gerne zu. Aber den Entschluss, den bürgerlichen Beruf aufzugeben und vom Musikmachen zu leben, hatte der Stuttgarter lange vor Corona gefasst. "Ich glaube, an meinem Lebensende hätte ich auf die Zeit zurückgeblickt und gedacht: Wieso hast du nicht damals ein bisschen mehr gelebt und weniger gearbeitet?" Der Gedanke ist nachvollziehbar. Doch dann kam das Virus. "Natürlich wegen Corona der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, sich in die Musikbranche voll reinzustürzen."

"Es ging halt nurn den Beruf zu beenden - weil die Familie kann und will ich nicht beenden. Und die Musik auch nicht."
Dexter

Dexter musste immer gleich drei Leben unter einen Hut bringen: Beruf, Familie und Musik. Freie Zeit existierte nicht, der Urlaub wurde auch schon einmal für die Tour genutzt. "Das war schon ein Zeitmanagement, wie es schwieriger nicht sein kann, eigentlich." Das alles blieb nicht ohne Folgen, der Druck nahm stetig zu, nach ein paar Jahren war Dexter klar: "Das tut einem nicht gut, daran muss man etwas ändern."

Das Stethoskop als Sicherungsleine

Vom Musikmachen zu leben, ist eh nicht leicht, eine Familie macht es nicht leichter - und damit mitten in der Pandemie anzufangen erst recht nicht. Die Existenzangst ist bei Dexter dennoch nicht übermäßig groß. Grund: Der Rapper ist Mediziner, Facharzt für Kinderheilkunde. Die Tür zurück in den Beruf steht immer offen. Zumindest kurzzeitig wird Dexter demnächst tatsächlich auch wieder das Mikrofon gegen den weißen Kittel tauschen, nämlich im Rahmen der anstehenden Corona-Impfkampagne. Da wird medizinisches Fachpersonal gesucht, er möchte helfen.