Wer glaubt, etwas für seine Gesundheit zu tun, indem er mitten durch unsere Städte joggt, erweist sich damit einen Bärendienst. Durch das tiefe Einatmen passiert so allerhand im Körper, nur nicht das, was sich vermeintlich gesundheitsbewusste Jogger davon versprechen. Selbst Postboten, die durch Innenstädte gelaufen sind, leiden nach Untersuchungen unter einem größeren Krebsrisiko als jene Kollegen, die auf dem Land unterwegs waren.

Christian Witt von der Berliner Charité ist einer der Teilnehmer in der Reihe "Exkurs-Einblick in die Welt der Wissenschaft", die diesmal von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an Bord eines Schiffes auf dem Rhein in Bonn veranstaltet worden ist. Witt berichtet unter anderem davon, was sich Jogger auf Bürgersteigen und an Ampeln in Wahrheit antun.

"Es sind kleine, lungengängige Partikel und Ultrafeinstäube, die in der Blutbahn landen, so dass das alles dann Richtung Hirn, Fettgewebe, Herz, Leber und Nieren transportiert werden kann."
Christian Witt, Lungenarzt

Zentrales Thema des "Hörsaals" an Deck der "MS Wissenschaft" am 3. Juli 2015 war die Hitze in deutschen Innenstädten. Wie ein Kachelofen heizen sich diese tagsüber auf, so dass die hohen Temperaturen nachts nicht mehr verschwinden. Die Professorin Heike Schlünzen von der Universität Hamburg klagt darüber, dass viele Stadtbewohner erst wieder lernen müssten, richtig zu lüften.

"Tagsüber zumachen, keine Sonne reinlassen - und das Haus bleibt kühler."
Heinke Schlünzen, Stadtklimaforscherin

Die Folgen des allgemeinen Klimawandels skizziert der Bonner Stadtplaner Joachim Helbig. Fauna und Flora passen sich bereits den neuen Bedingungen, die im Rheinland mediterrane Züge angenommen haben, messbar an.

"Und wir sehen, dass sich seit Mitte des letzten Jahrhunderts die Blühphasen der Obstbäume um neun Tage nach vorne verschoben haben."
Joachim Helbig, Bundesstadt Bonn

Auf dem Ausstellungsschiff "MS Wissenschaft" stand die Veranstaltung unter dem Thema: "Dicke Luft! Wie verändert sich das Stadtklima?"

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