Passwort vergessen, Laptop formatiert oder ahnungslos die potenziellen Bitcoin-Millionen für Pizza ausgegeben. Nicht alle werden gerade reich mit Kryptowährungen, viele ärgern sich über ihre Schusseligkeit.

Irgendwo in den News über explodierende Kryptokurse verstecken sich etwa Storys wie die des Walisers James Howells. 2009 hatte er Bitcoins bekommen, eine große Menge, die damals allerdings nur ein paar Cent wert war. Ein paar Jahre später entsorgte er seinen Rechner - und versucht nun verzweifelt die Müllhalde seines Heimatortes absuchen zu dürfen. Etwa 100 Millionen Dollar wären seine Bitcoins von damals heute wert.

Online-Gruppentherapie für Cryptoloser

Mittlerweile können alle, die den großen Reibach mit den digitalen Währungen verpasst haben, ihre Storys online austauschen. Auf Oh, My Coins! gibt es die besten Geschichten. Zum einen von Nocoinern: Das sind die, die ihre große Chance ausgeschlagen haben, aus Angst, Vorsicht oder Dummheit. Und dann gibt es außerdem natürlich auch die, die ihre Bitcoins auf blöde Weise verloren haben.

Unter den Cryptolosern sind jene wie Tom Howell, die ganz früh eingestiegen sind und schlicht vergessen haben, was für ein Vermögen auf ihren Rechnern schlummert. Aber auch die ambitionierten Anleger von heute tappen in die gleiche Falle wie die Bitcoin-Pioniere. Der Klassiker bleibt das verlorene Passwort.

Passwort futsch, alles futsch

Das ist das extra komplizierte Passwort oder das frisch formatierte Smartphone. Besonders dramatisch ist das Vergessen des Passworts bei der digitalen Geldbörse, da hier oft standarisierte Wiederherstellungsmechanismen fehlen. Bei unserer Normalo-Bank können wir notfalls persönlich auftauchen und auf unser Geld zugreifen. Bei den Wallets für Kryptowährungen geht das nicht, da alles dezentral organisiert ist.

Es passiert aber auch Leuten, die eigentlich alles richtig machen wollen. So zum Beispiel dem langjährigen Wired-Mitarbeiter Mark Frauenfelder. Er hat sich eine Art Tresorstick gekauft, um seine Kryptoanlage sicher und passwortgeschützt zu verwahren. Damit wirklich alles safe ist, gibt es bei dieser Technik außerdem einen automatisch generierten Wiederherstellungscode. Mark Frauenfelder schreibt er diesen auf einen bunten Zettel. Sicher ist sicher.

Alles richtig gemacht - fast

Und dann schlägt das Phänomen zu, das uns immer ereilt, wenn wir so richtig schlau sein wollen. Frauenfelder legt den Zettel vor einer Reise ins Zimmer seiner Tochter. Vorsorglich, damit sie auf das kleine Kryptovermögen im Wert von 30.000 Dollar zugreifen kann, falls ihm etwas passiert. Ihr ahnt was kommt: Natürlich ist der Zettel weg, als er von der Reise zurückkommt.

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Seine Odyssee hat Mark Frauenfelder für Wired aufgeschrieben, eine Art moderne Indiana-Jones-Episode: der Jäger des verlorenen Bitcoin-Schatzes. In seinem Fall nimmt die Geschichte zumindest eine positive Wendung, denn obwohl er sämtliche Passwörter vergessen hatte, gelingt es ihm, das System zu überlisten. Auf "Oh my Coins" zermartern sich andere immer noch über ihre Dummheit von damals: Im Jahr 2009 hat ein User etwa 10.000 Bitcoins in Pizza investiert. Heute hätten die einen Wert von fast 170 Millionen Dollar.