Das Büro gibt es noch, aber es hat sich verändert: Moderne Unternehmen setzen auf Multifunktionsräume. Selbst der Raum des Chefs muss für verschiedene Zwecke herhalten.

Sigrid Mayer ist im wahrsten Sinne des Wortes Raumausstatterin. Sie stattet Büroräume mit Möbeln aus. Dabei stellt sie viele Fragen, nicht nur, wie viele Mitarbeiter einen Arbeitsplatz bekommen sollen und welche Farbe die Regale haben. Es geht darum, wie das komplette Unternehmen arbeitet. Welche Unternehmenskultur herrscht vor? Ist es in flachen Hierarchien organisiert oder eher durchorganisiert?

So gibt es Unternehmen mit lockeren Strukturen, in denen sich verschiedene Teams je nach Aufgabe immer wieder neu bilden. Das kann sich auch in der Raumgestaltung zeigen: Kurze Wege zwischen den entsprechenden Personen mit vielen Möglichkeiten, zusammen zu arbeiten. In einer Büroetage mit 40 Einzelbüros und einem Besprechungsraum wäre das nicht möglich.

Teamsitzung im Büro des Chefs

Ein Trend sei das geteilte Büro, sagt Sigrid Mayer. So gebe es vermehrt Arbeitsflächen, die nicht mehr nur von einer Person genutzt werden - und das gilt selbst für den Manager. Der sei sowieso nur maximal ein Drittel seiner Arbeitszeit in seinem Büroraum. Ist er das nicht, könnte das Büro auch von anderen Mitarbeitern genutzt werden.

Doppelnutzung - das ist übrigens auch für das private Büro mittlerweile üblich. Notebook, Smartphone und Tablet erlauben das Arbeiten in der kompletten Wohnung. Warum da noch einen kompletten Raum nur als Büro nutzen?