An Ostern isst man Eier. Bloß welche? Bio oder normal? Es gibt Unterschiede. Doch die sind gar nicht so einfach zu erkennen.

Jetzt aber los. Wer noch Eier ausblasen und bemalen will, muss heute, spätestens am Samstag in den Supermarkt. Und dann? Bio oder konventionell?

Für Bio-Eier ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Hennen mehr Platz haben und anderes Futter bekommen. Es gibt aber noch mehr Unterschiede. Geflügelwissenschaftler Michael Grashorn von der Uni Hohenheim hat konventionelle und Bio-Eier untersucht und kommt zu diesen Ergebnissen:

Bio-Eier…

  • haben ein besseres Aroma und öfter höhere Gehalte an Omega-3-Fettsäuren. Das liegt daran, dass die Bio-Hennen auf Wiesen frei herum laufen und Pflanzen essen, die das Ei geschmacklich beeinflussen
  • haben einen Dotter, der etwas blasser ist als der von konventionellen Eiern. Denn: Im Bio-Landbau dürfen keine synthetischen Farbstoffe als Futterzusatzstoffe eingesetzt werden (allerdings können Bio-Hennen mit natürlichen Zusätzen gefüttert werden, zum Beispiel Paprika-Pulver - was sich dann doch wieder auf die Dotter-Farbe auswirkt)
  • beinhalten Eiweiß, das normalerweise etwas fester und damit hochwertiger ist. Das liegt am besseren Immunsystem der Bio-Hennen
  • haben eine etwas höhere Keimbelastung

Eier aus konventioneller Haltung…

  • haben einen dunkleren und größeren Dotter, weil die Tiere spezielles Kraftfutter mit mehr Nähr- und Farbstoffen bekommen
  • haben wegen der speziellen Futterzusammensetzung eine einheitlichere Schalenfarbe

Der große Test

DRadio-Wissen-Reporter Christian Schmitt hat Moderator Ralph Günther ein Test-Setting aufgebaut. Er sollte herausfinden, welches Ei das Bio-Ei ist (die Kennzeichnung war übermalt). Was sich ziemlich schnell herausgestellt hat: Es ist nicht einfach ein Ei als Bio- oder Nicht-Bio-Ei zu erkennen. Der Geschmack hilft jedenfalls nur begrenzt weiter (den ganzen Test könnt ihr im Audio oben nachhören).

Zwei Eier, jeweils als ganzes Ei, im Glas, als Spiegelei gebraten
© DRadio Wissen

Weiche Schale

Dieses Jahr können Eier, egal ob Bio oder konventionell, eine etwas dünnere Schale haben als die letzten Jahre. "Vermutlich werden dieses Jahr zur Osterzeit mehr Herden mit älteren Legehennen gehalten als in früheren Jahren", sagt Geflügelwissenschaftler Michael Grashorn. "Die Entscheidung, ab 1. Januar 2017 nur noch Junghennen mit nicht gekürztem Schnabel einzustallen, könnte Betriebe veranlasst haben ihre Legehennen länger zu halten." Hinzu kämen Lieferengpässe bei den Junghennen, die durch die Geflügelpest entstanden seien.