Sie stehen für das alte System der Ukraine, gegen das die Bürger auf die Straße gegangen sind: die Oligarchen. Doch nach den Protesten ist alles wie früher: Petro Poroschenko oder Rinat Achmetow bleiben die wichtigsten Ukrainer.

Sie gelten als die Strippenzieher im Hintergrund – Oligarchen in der Ukraine. Lange Zeit war in der Ukrainekrise nicht viel von ihnen zu hören. Andere Personen und Gruppen standen im Mittelpunkt. Jetzt sind sie wieder da. Einigen von ihnen werden gute Chancen bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag eingeräumt.

"Offenbar geht es nicht ohne Oligarchen in der Ukraine."
Korrespondent Bernd Großheim über die Rolle reicher Männer in der Ukraine

Der große Favorit: Schokoladenzar Petro Poroschenko. Neben Süßwaren verdient er sein Geld mit Schiffen, Autos, dem größten Taxiunternehmen des Landes und als Medienunternehmer erzählt unser Korrespondent Bernd Großheim. Seine politische Einstellung: Poroschenko will die Ukraine zur Europäischen Union hin ausreichten. Nach eigener Aussage führe er einen Kampf gegen die Korruption. Ganz unumstritten ist er allerdings nicht. Gegner bezeichnen Poroschenko als Wendehals. Der Hintergrund: Er habe schon in unterschiedlichen Regierungen gesessen und habe das politische System zu seinen Gunsten ausgenutzt.

Ein weiterer Kandidat: Mychajlo Dobkin. Er wird vom reichsten Mann der Ukraine unterstützt, der gerade seine Bergleute gegen die Putschisten auf die Straße geschickt hat - der Kohle- und Stahlmagnat Rinat Achmetow. Das Ziel dieses Gespanns: Achmetows Fabriken stehen im Osten des Landes, der derzeit von Unruhen erschüttert wird. Er fürchte also, dass er die Krise bald im eigenen Portemonnaie zu spüren bekomme, sagt Bernd Großheim.