1789 hatte es in Frankreich eine erfolgreiche Revolution gegeben. Der Schlachtruf "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" hallte durch ganz Europa und fiel besonders bei den Mainzer Jakobinern auf fruchtbaren Boden.

Diese wollten sich ebenfalls von den Fesseln der monarchistischen Herrschaft lösen und ein bürgerlich-demokratisches Staatswesen auf dem linksrheinischen Gebiet von Kurmainz gründen. Der Umsturz war mit viel Elan und der Unterstützung von französischen Revolutionstruppen im März 1793 gestartet.

Eine kurze Revolution

Kurz danach reiste eine Delegation der Mainzer Abgeordneten nach Paris, um zu erreichen, dass das Gebiet der Mainzer Republik dem Französischen Staat eingegliedert werden sollte. Die französische Nationalversammlung stimmte dem Antrag zu. Aber die erfolgreiche Belagerung der Stadt Mainz durch preußische Truppen setzte dem Mainzer Revolutionsprojekt am 23. Juli 1793 ein jähes Ende. 

Zwei Jahre später besetzten französische Revolutionstruppen erneut das gesamte linksrheinische Gebiet, sodass Mainz bis zum Wiener Kongress 1815 zu Frankreich gehörte. Die Errungenschaften der Französischen Revolution und der Code Civil, ein Vorläufer des bürgerlichen Gesetzbuches, wurden in Mainz angewendet und blieben so - von einigen Phasen im 19. und 20. Jahrhundert abgesehen - Teil der historischen Tradition der Bundesrepublik Deutschland.

Was ihr noch in Eine Stunde History hört:

  • Walter Rummel ist Leiter des Landesarchivs Speyer und erklärt die Ideen und Ziele der Mainzer Republik. 
  • Michael Matheus, Historiker der Unversität Mainz, schildert die Vorläufer der Mainzer Republik.
  • Der Regionalhistoriker Hans Berkessel ordnet die Mainzer Republik in die Traditionsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland ein.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über Pressefreiheit, Glaubens- und Gewissensfreiheit, die in der Mainzer Republik niedergeschrieben wurden und seither eine wechselvolle Geschichte erlebt haben. 

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