Straßenleben

Nachts ist anders

Das Leben vor der eigenen Haustür hat zwei Gesichter. Tagsüber ist es im Kölner Studentenviertel eher gemütlich. Aber nachts pulsiert das Leben auf der Zülpicher Straße und drumherum. Denn nicht nur in den Kneipen wird gefeiert, auch davor.

DRadio-Wissen-Reporterin Julia Möckl wohnt genau um die Ecke. Sie kennt die zwei Gesichter der Straße ganz gut. Ein Unterschied wie Tag und Nacht - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nachts verlagert sich das Leben dort nicht selten vor die Kneipe oder den Stammkiosk. Manchmal hat man sogar das Gefühl, es sind mehr Menschen auf der Straße als in den Bars.

"Abendpublikum ist ganz anders als tagsüber. Die brauchen ein bisschen länger bei der Zahlung und quatschen hier. Wenn die getrunken haben, offenbaren die alles - wie bei der Beichte."
Arslan, Kioskbesitzer in Köln

Aber nicht nur die feiernde Meute gibt Julia Möckl bereitwillig Auskunft. Sie trifft auch auf echte Nachtmenschen. Angelo zum Beispiel, der seit 14 Jahren in der Gastronomie arbeitet und ein Leben wie ein Vampir führt - wie er sagt. Vor sechs Uhr ist er selten im Bett, dafür steht er dann aber auch erst gegen 14 Uhr wieder auf. So richtig wach ist er dann gegen sechs oder sieben Uhr am Abend.

"Der Kiosk ist der neue Friseur. Man kennt sich, man trifft sich hier."
Timur, Kioskbesucher