Der Nazi mit Bomberjacke und Springerstiefel - diesen Prototypen gibt es kaum noch. Gerade die, die im Netz unterwegs sind, geben sich hip und cool. Christian Schmitt und Lena Breuer beleuchten die Gedankenwelten junger Rechtsextremer.

"Wir lehnen Eure Geschichtsbücher ab, wir wollen unsere Identität selbst finden"
Werbespot der "Identitären Bewegung"

Das Youtube-Video hat knapp 40.000 Klicks. Es zeigt kitschige Bilder von Sonnenaufgängen und poppige Grafiken von geballten Fäusten. Es ist eines der neueren Phänomene von Rassismus: Die Identitäre Bewegung wirbt mit Freiheit, Heimat und Tradition.

"Wir ignorieren unsere eigene Kultur. Wir sind gar keine starke Kultur mehr. Alles wird relativiert, was mal deutsche oder europäische Kultur war."
Marc (Name geändert) von der "Identitären Bewegung"

Im Netz gibt es viele ähnliche Gruppierungen - mit vielen ähnlichen Forderungen. Sie nennen sich "Freie Nationalisten" oder "Nationaler Widerstand". Die Themen dieser temporären Aktionsbündnisse sind immer die gleichen:

  • Angst vor Überfremdung
  • Angst vor dem Islam
  • Angst, dass Ausländer besser behandelt werden als Deutsche

"Wir sind keine Nazis"

Auffällig oft findet man die Beteuerung: "Wir sind keine Nazis und auch nicht rechtsextrem." Alexander Häusler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus der FH Düsseldorf sieht das anders. Alles vermische sich zu einer rassistischen Sauce.

"Wo vom Erhalt der eigenen Kultur und Rasse gesprochen wird, ist das originär völkischer Rassismus."
Alexander Häusler, Rechtsextremismus-Experte an der FH Düsseldorf

Sich nicht als rechtsextrem zu bezeichnen, mache den Einstieg für neue Mitglieder leichter. Außerdem sei es eine gute Strategie, um Probleme mit dem Verfassungsschutz zu verhindern.